Empfehlungen basierend auf "Deutungskämpfe"
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von Ferdinand Schirach
Ein Theaterstück von bedrückender Aktualität. Es stellt die Frage, wie wir in Zukunft leben wollen. Werden wir uns für die Freiheit oder die Sicherheit entscheiden? Wollen wir, dass die Würde des Menschen trotz der Terrorgefahr noch gilt?Ein Terrorist kapert eine Maschine der Lufthansa und zwingt die Piloten, Kurs auf die voll besetzte Allianz-Arena in München zu nehmen. Gegen den Befehl seiner Vorgesetzten schießt ein Kampfpilot der Luftwaffe das Flugzeug ab, alle Passagiere sterben. Der Mann muss sich vor Gericht für sein Handeln verantworten. Seine Richter sind die Zuschauer und Leser, sie müssen über Schuld und Unschuld urteilen.Der Anschlag auf die Redaktion von Charlie Hebdo im Januar 2015 hat auf schrecklichste Weise gezeigt, wie hoch der Preis sein kann, den wir für unsere Freiheit zahlen müssen. Schirachs Rede auf Charlie Hebdo, die ebenfalls in diesem Band enthalten ist, ist ein Plädoyer für die Freiheit des Wortes, für unsere Zivilisation im Angesicht ihrer Feinde.
von Benjamin Derin
„Die Polizei – Helfer, Gegner Staatsgewalt“ kommt genau zur richtigen Zeit. Es trifft den Nerv einer kritischen Diskussion um Rassismus, Rechtsextremismus und unverhältnismäßige Gewalt bei der Polizei. Singelnsteins und Derins Buch ist zweierlei geworden: zum einen ein wichtiger Debattenbeitrag und zum anderen ein kurzweiliger, gut lesbarer Grundkurs Polizei mit vielen Praxisbeispielen.“
von Timothy Snyder
Timothy Snyders Brandschrift "Über Tyrannei" ist 2017 erschienen, aber schon heute ein Klassiker in der Tradition von Hannah Arendt und George Orwell. Kein anderes Buch trifft so sehr den politischen Nerv unserer Zeit, in der überall auf der Welt die Demokratien unter dem Ansturm eines neuen Autoritarismus wanken. Es appelliert an uns alle, sich dieser Entwicklung entgegenzustellen, und präsentiert 20 Lektionen für alle, die jetzt handeln wollen – und nicht erst, wenn es zu spät ist.Nun hat sich Nora Krug, die Schöpferin von "Heimat" und vielfach preisgekrönte Illustratorin, von diesem Text zu einem außergewöhnlichen grafischen Kunstwerk inspirieren lassen. Indem sie Snyders Kombination aus historischen Perspektiven und konkreten Maximen in ihre ganz eigene Bildsprache überträgt, gewinnt das Kultbuch eine völlig neue Dimension – so aufwühlend politisch und ästhetisch faszinierend, dass jede Seite förmlich vibriert von visueller Energie.
von Hein de Haas
Die Arbeit würde erst wieder aufgenommen, wenn jeder von uns wenigstens zwei Kapitel von Hein de Haas’ Buch Migration hätte. Ist das zu viel verlangt? (...) Lesen!
von Byung-Chul Han
Der international als »neuer Star der deutschen Philosophie« gehandelte Byung-Chul Han legt nach seinem Bestseller »Psychopolitik« sein neues Buch über Gesellschaft, Wahrnehmung und Kommunikation heute vor:Die Zeit, in der es den Anderen gab, ist vorbei. Der Andere als Freund, der Andere als Hölle, der Andere als Geheimnis, der Andere als Verführung, der Andere als Eros verschwindet. Er weicht dem Gleichen. Die Wucherung des Gleichen macht heute die pathologischen Veränderungen aus, die den Sozialkörper befallen. Sie gibt sich dabei als Wachstum. Nicht Entfremdung, Entzug, Verbot, Verdrängung, sondern Überkommunikation, Überinformation, Überproduktion und Überkonsumtion machen ihn krank. Nicht Repression durch den Anderen, sondern Depression durch das Gleiche ist das Zeitzeichen von heute. Byung-Chul Hans neuer Essay spürt der Gewalt des Gleichen in den Phänomenen wie Angst, Globalisierung und Terrorismus nach, die die heutige Gesellschaft kennzeichnen.
von Steven Pinker
Dass der Mensch des Menschen Wolf sei - gegen derart hartnäckige Überzeugung setzt der Kognitionspsychologe seine Behauptung: "Die Gewalt ist über lange Zeiträume immer weiter zurückgegangen, und heute dürften wir in der friedlichsten Epoche leben, seit unsere Spezies existiert". Auf über 1.033 Textseiten + 178 Seiten Apparat zieht der Autor mit kulturhistorischen und statistischen Belegen, psychologischen Deutungen und politischen Betrachtungen alle Register, um die Geschichte der Gewalt in die neue Geschichte ihrer Befriedung umzuschreiben. Ausschlaggebend für die Zähmung der Gewalt ist nach Pinker der Sieg der "besseren Engel" über die "inneren Dämonen": die Überwindung von Rachsucht, Nationalismus und Sadismus durch den Prozess der Zivilisation, durch Empathie, Selbstbeherrschung, Moral und Vernunft. So angreifbar auch die These und ihre Beweisführung ist, so ausufernd-assoziativ sie auch präsentiert ist: ein Buch, das "mit Gewalt" offene Türen einrennt. Reizvoll auch im Vergleich zu E. Sorg ("Die Lust am Bösen", ID-G 8/11) und J. Bauer ("Schmerzgrenze", ID-A 23/11). Auf der "SZ"-Sachbuchliste. (3) (Uwe-Friedrich Obsen)
von Tim Marshall
Wir leben in einem neuen Zeitalter des Isolationismus und Nationalismus, in dem Mauern wieder Konjunktur haben, von der amerikanischen Mauer an der Grenze zu Mexiko bis hin zu der Firewall, mit der China sich gegen den Westen abschottet. Europa errichtet Zäune gegen Flüchtlinge, Mauern und Zäune ziehen sich durch den Nahen Osten, den Sudan, Korea, Indien. Mindestens 65 Länder der Welt, mehr als je zuvor, haben stark befestigte Grenzen. Es gibt viele Gründe dafür: Reichtum und Armut, Rasse, Religion, Politik, Angst. Tim Marshall zeigt in seiner fesselnden und scharfsinnigen Analyse, wie Abschottung unsere Gegenwart prägt. Sie steht für ein Versagen von Politik und ist eine Gefahr für die Zukunft. (Quelle: buchhandel.de).
von Susan Arndt
Der Fragenkatalog zum Rassismus umfasst die historisch-philosophischen Hintergründe wie auch alltagsnahe und aktuelle Fragestellungen. Spezielle Arbeitsgebiete der Anglistin sind Kritische Weissseinsforschung und Rassismus (vgl. als Herausgeberin: "Wie Rassismus aus Wörtern spricht", Unrast, 2011, hier nicht angezeigt). Der Vorteil dieses als Fragenkatalog konzipierten Buches gegenüber zusammenhängenden Darstellungen wie C. Geulen: "Geschichte des Rassismus" (BA 11/07) liegt in seiner leichten Zugänglichkeit. Alle 101 Fragen zum Thema sind - Neugier weckend formuliert - im Inhaltsverzeichnis aufgelistet. (z.B. "Welche Haut ist eigentlich 'hautfarben'?", "War Freitag gern Robinsons Sklave?" oder "Wo leben Kannibalen?"). Dies lädt ein zum gezielten und selektiven Lesen, obwohl der Text auch logisch fortlaufend aufgebaut und zu lesen ist. Die Konzeption des Buches mit seinen interessanten historisch-philosophischen bis hin zu alltagsnahen und aktuellen Fragestellungen und knappen (1-2 Seiten) Antworten hat immer den Bezug zum gegenwärtig vorhandenen Rassismus vor Augen. - Neben dem Erfahrungsbericht von N. Sow: "Deutschland schwarz-weiss" (BA 5/08) ein auch für Sekundarstufe II nutzbarer, anspruchsvoll formulierter kritischer Beitrag. (2 S)