Empfehlungen basierend auf "DER TRAUM VOM FRIEDEN UND DIE VERSUCHUNG DER MACHT: Deutsche Geschichte Im 20. Jahrhundert."
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von Manfred Görtemaker
Als das Bundesministerium der Justiz 1949 seine Arbeit aufnahm, kam es zu ganz erheblichen personellen und politischen Verflechtungen mit dem "Dritten Reich“. Dass Juristen, die eine stark belastete NS-Vergangenheit hatten, in der Behörde Dienst taten, wurde nicht als problematisch empfunden. Dieses grundlegende Werk zeigt, wer alles im Ministerium unterkam und welchen Einfluss das auf die Rechtspraxis hatte – nicht zuletzt bei der Strafverfolgung von NS-Tätern. Die "Rosenburg" in Bonn war von der Gründung der Bundesrepublik bis 1973 der Sitz des Bundesministeriums der Justiz. 2012 setzte das Ministerium eine Unabhängige Wissenschaftliche Kommission ein, die den Umgang der Behörde mit der NS-Vergangenheit in den Anfangsjahren der Bundesrepublik erforschen sollte. Zu diesem Zweck erhielt die Kommission uneingeschränkten Aktenzugang. Dieses Buch präsentiert ihre Ergebnisse. Zum "Geist der Rosenburg", so zeigt die Studie, trugen maßgeblich Beamte und Mitarbeiter bei, die zuvor im Reichsjustizministerium, bei Sondergerichten und als Wehrrichter tätig gewesen waren. Ihre Karrieren vor und nach 1945 zeichnet die Kommission ebenso nach wie die Belastungen, die dies für das Ministerium und den Inhalt seiner Politik darstellte. So wird unter anderem gezeigt, welche zentrale Rolle das Ministerium spielte, als 1968 Zehntausende von Strafverfahren gegen NS-Täter eingestellt wurden.
von Edward Snowden
Edward Snowden riskierte alles, um das System der Massenberwachung durch die US-Regierung aufzudecken. Jetzt erzhlt er seine Geschichte.Mein Name ist Edward Snowden. Sie halten dieses Buch in Hnden, weil ich etwas getan habe, das fr einen Mann in meiner Position sehr gefhrlich ist: Ich habe beschlossen, die Wahrheit zu sagen.Mit 29 Jahren schockiert Edward Snowden die Welt: Als Datenspezialist und Geheimnistrger fr NSA und CIA deckt er auf, dass die US-Regierung heimlich das Ziel verfolgt, jeden Anruf, jede SMS und jede E-Mail zu berwachen. Das Ergebnis wre ein nie dagewesenes System der Massenberwachung, mit dem das Privatleben jeder einzelnen Person auf der Welt durchleuchtet werden kann. Edward Snowden trifft eine folgenschwere Entscheidung: Er macht die geheimen Plne ffentlich. Damit gibt er sein ganzes bisheriges Leben auf. Er wei, dass er seine Familie, sein Heimatland und die Frau, die er liebt, vielleicht nie wiedersehen wird.Ein junger Mann, der im Netz aufgewachsen ist. Der zum Spion wird, zum Whistleblower und schlielich zum Gewissen des Internets. Jetzt erzhlt Edward Snowden seine Geschichte selbst. Dieses Buch bringt den wichtigsten Konflikt unserer Zeit auf den Punkt: Was akzeptieren wir und wo mssen wir anfangen Widerstand zu leisten
von Horst Krüger
»Das zerbrochene Haus« ist Horst Krügers Bilanz seiner Jugend in Berlin im nationalsozialistischen Deutschland, ein Bekenntnis und eine scharfsichtige Analyse des verführten deutschen Kleinbürgertums. Krüger, der sich selbst als »typischen Sohn jener harmlosen Deutschen, die niemals Nazis waren und ohne die die Nazis ihr Werk nie hätten tun können«, charakterisiert, zieht Bilanz, weil er wissen möchte, »wie das damals war unter Hitler«.
von Stanislav Zámečník
Endlich eine vollständige, wissenschaftliche Darstellung der Geschichte des Konzentrationslagers Dachau, das am 22. März 1933, zwei Monate nach der Machtübernahme Adolf Hitlers, eröffnet wurde. Dieses Instrument des Terrors wurde zum Vorbild des nationalsozialistischen Vernichtungsregimes. Das Buch stellt die Entwicklung des Lagers in drei Zeitabschnitten dar: Die erste Phase beginnt 1933 mit der Internierung politischer Gegner und der Konsolidierung des NS-Regimes bis hin zum Kriegsbeginn. Es folgt die zweite Phase: die Zunahme der Häftlingszahlen aus den besetzten Gebieten und die damit einhergehende Internationalisierung nach den militärischen Erfolgen Nazi-Deutschlands; und schließlich Phase drei: die militärische Wende 1941/42 mit der systematischen physischen Ausbeutung der Häftlinge in der deutschen Kriegswirtschaft. Durch den zurückhaltenden, präzisen Stil des Autors, der persönliche Erinnerungen mit der wissenschaftlichen Distanz des Forschers verbindet, erfahren die Lesenden die vielen Facetten des Lagers: die von der SS aufgebaute und kontrollierte hierarchische Struktur, die Häftlingskategorien, den Lageralltag, die willkürliche und eskalierende Gewalt, die Selektionen, die medizinischen Experimente und die Rolle der SS-Ärzte, die gezielte und programmierte Vernichtung, die Evakuierung des Lagers, die Typhusepidemie und die Befreiung. Stanislav Zámečník vergleicht und verweist auf viele Quellen, auf Augenzeugenberichte und entkräftet Legenden, analysiert die Solidarität unter den Häftlingen und den Widerstand im Lager, befasst sich mit der Frage der Dachauer Gaskammer und liefert neue Daten zur Zahl der Todesopfer. „Das war Dachau“ ist ein Nachschlagewerk, das dem Leser die tragische Odyssee des Häftlings durch die Welt des nationalsozialistischen Konzentrationslagers näherbringt.
von Alois Prinz
Sein Name gilt als Inbegriff des skrupellosen Demagogen und der Massenmanipulation: Gestützt auf teilweise unbekannte Dokumente zeichnet Alois Prinz den Lebensweg von Joseph Goebbels eindringlich nach, der zum gnadenlosen “Verführer der Massen” wurde. Ein tiefer Blick in die Abgründe des ideologischen Wahns. „Joseph Goebbels einfach als teuflischen Agitator zu verstehen, der ein ganzes Volk verhext hat, wäre zu bequem. Mich interessiert, warum er eine so große Faszination ausüben und mithilfe moderner Medien Millionen Menschen zu gläubigen Gefolgsleuten des Nationalsozialismus machen konnte. Denn es geht doch vor allem darum, ihn rechtzeitig wiederzuerkennen, falls er, etwa in Gestalt des (Rechts-)Populismus, wiederkehrt.“ Alois Prinz Man nannte den geistigen Wegbereiter des Nationalsozialismus Joseph Goebbels, wegen seiner unbedingten Treue zum “Führer”, den „kleinen Hitler“ . Als Propagandaminister im “Dritten Reich” hetzte er die Bevölkerung auf, bereitete Judenverfolgung und Angriffskriege vor. Als das “Reich” in Schutt und Asche lag, schürte er immer noch den Glauben an den “Endsieg” und an eine Wunderwaffe. Der „totale Krieg“, den er 1943 mit seiner Rede im Berliner Sportpalast entfacht hatte, endete für ihn im Führerbunker, wo er zuließ, dass seine Frau Magda sich selbst und seine sechs Kinder vergiftete, damit sie nicht in einer „Welt ohne Hitler“ leben müssten. Die Presse über Prinz’ Meinhof-Biographie: »Alois Prinz hat alles zusammengetragen, was es über ‚die Meinhof' zu wissen gibt...Und was man nicht für möglich gehalten hätte, das hat er wirklich geleistet: Wenn man das Buch zuklappt, verfügt man über neue Einsichten...« DIE ZEIT »Prinz hat alles verfügbare Material zum Fall Meinhof zusammengetragen, alle Motive und Indizien rational durchgearbeitet und in einer betont schnörkellosen Sprache präsentiert.« Frankfurter Rundschau
von Benjamin Lahusen
DIE STUNDE NULL FAND NICHT STATT – BENJAMIN LAHUSENS GLÄNZENDE DARSTELLUNG DER DEUTSCHEN JUSTIZ VOR UND NACH 1945 Kaum beirrt von Bombenkrieg, Kapitulation und alliierter Besatzung liefen Gerichtsverfahren vor und nach 1945 einfach weiter, mit denselben Akteuren, nach den gleichen Regeln. Der Rechtshistoriker Benjamin Lahusen deckt in seiner fulminanten Studie unheimliche Kontinuitäten der deutschen Justiz auf und zeichnet so das eindringliche Bild einer Gesellschaft, die den großen Einschnitt so klein wie möglich hielt. Stuttgart, im September 1944: Das Justizgebäude wird durch neun Sprengbomben und zahlreiche Brandbomben weitgehend zerstört, doch stolz meldet der Generalstaatsanwalt, dass bereits am nächsten Morgen «noch in den Rauchschwaden... eine Reihe von Strafverhandlungen durchgeführt» wurden. Auch andernorts wird der Dienstbetrieb in teils noch brennenden Gebäuden aufrechterhalten, später selbst unter Artilleriebeschuss. Benjamin Lahusen hat sich die Akten zahlreicher Gerichte – darunter des Amtsgerichts Auschwitz – aus den Jahren vor und nach 1945 angesehen und beschreibt höchst anschaulich, wie weder «Endkampf» noch staatlicher Zusammenbruch den juristischen Dienstbetrieb unterbrechen konnten. Er erklärt, warum ein Stillstand der Rechtspflege unter allen Umständen vermieden werden sollte, und zeigt, wie nach dem Krieg altgediente Juristen pflichtbewusst das alltägliche Recht des Dritten Reichs so weiterführten, als wäre nichts passiert. Wenn es noch eines Beweises dafür bedarf, dass es 1945 keine «Stunde Null» gab, dann liegt er mit diesem glänzend geschriebenen Buch vor. Überraschend: Neue Erkenntnisse zur deutschen Justiz vor und nach 1945 Fundiert: Auf der Grundlage bisher vernachlässigter Gerichtsakten – auch aus dem Amtsgericht Auschwitz Kurzweilig: Der Autor versteht es meisterhaft, die Quellen zum Sprechen zu bringen
von Bastian Hein
Die SS – untrennbar ist dieses Kürzel mit der Ermordung der europäischen Juden verbunden, dem wohl größten Menschheitsverbrechen aller Zeiten. Überall auf der Welt stehen die beiden Buchstaben als Synonym für das Böse schlechthin. Doch wie genau wurde der "Schwarze Orden" zum Vollstrecker des nationalsozialistischen Rassenwahns? Auf dem neuesten Stand der Forschung führt Bastian Hein in die Geschichte des Staatsschutzkorps des Dritten Reiches ein, beschreibt die Entstehung der Organisation, ihren Kult sowie die Auslese des Personals und schildert die von der SS verübten Verbrechen.
von Roman Deininger, Uwe Ritzer
Raus aus den Schatten der NS-Zeit, den Wiederaufbau geschafft - 1972 reißt Deutschland die Fenster auf. Es herrscht Aufbruchsstimmung und die Olympischen Spiele sollen der Welt das neue, lässige Deutschland zeigen. Als ein Fest der Demokratie, als Gegenentwurf zur martialischen Propaganda 1936 in Berlin.Unter dem verwegenen Zeltdach verkörpern Mark Spitz, die junge Gold-Springerin Ulrike Meyfarth und die Sprinterin Heide Rosendahl mitten im Kalten Krieg den Traum vom friedlichen Miteinander. Doch dann setzt palästinensischer Terror alledem ein grausames Ende.Die preisgekrönten Journalisten Ritzer und Deininger erzählen eine große Geschichte, die beinahe 100 Jahre umfasst und sich in den beiden Wochen der Olympischen Spiele verdichtet.
von Carola Stern, Ingke Brodersen
Verschieden Autoren, U.a. H. Mommsen, M. Pressler, U. Wölfel, Erzählen Geschichten Aus Der Zeit Des Nationalsozialismus.
von Sebastian Haffner
Ein Gespräch mit Jutta Krug über das ExilIst es nicht hübsch, wenn im Leben die Richtigen gewinnen? Wenn -- plopp! -- zu rechter Zeit Dokumente auftauchen, die Neider und Missgünstige Lügen strafen? Vor Jahresfrist hatten zwei weitgehend unbekannte deutsche Professoren in der FAZ einen Verdacht gesät: Sebastian Haffners Geschichte eines Deutschen sei gar nicht in der Emigration entstanden, sondern eine Mogelpackung, seine hellsichtige Voraussage von Hitlers Untergang sei Prophetie nach gelaufenem Rennen.Das vorliegende Buch tritt in die Reihen der zahlreichen Ehrenrettungen, die Haffner (bis hin zum Spiegel) seither erfahren hat. Aber es trägt etwas wesentlich Neues bei: Jutta Krug hat Haffner 1989 ausführlich interviewt. Der Autor äußert sich ausführlich über sein Schubladenbuch. Lesenswert für alle, die Geschichte eines Deutschen verschlungen haben.Was noch? Einblicke in eine erstaunliche Erfolgsgeschichte, eine der wenigen des literarischen Exils: Junger, unbekannter Mann kommt nach England und schafft es aus dem Stand, Autor einer der führenden Zeitungen des Landes zu werden, nämlich des Observers. Ein Großer unter Deutschlands Journalisten führt die -- hier einmal positiven -- Zufälle einer Exilanten-Existenz vor. Und auch die Atmosphäre von Nachkriegs-Europa, einer mittlerweile untergegangenen Welt, atmet einem aus den Sätzen entgegen.Uwe Soukop hat in einem Nachwort noch einmal die Vita und vor allem auch die -- zahlreichen -- Debatten um Haffner zusammengestellt. Sehr lesenswert. --Michael Winteroll