Thomas Manns weltberühmte NovelleAm Lido von Venedig macht Urlaub, wer es sich leisten kann. Hier blickt der berühmte Schriftsteller Gustav von Aschenbach auf das muntere Treiben am Strand. Und hofft auf das Erscheinen dieses überaus schönen Jungen mit dem langen Haar, der im selben Hotel wie er logiert. Was für eine seltsame Leidenschaft treibt ihn da mit einem Mal um? Im Bann des Jungen zerrinnen dem alternden Autor die Gewissheiten seiner Existenz. Vor der Kulisse der morbiden Lagunenstadt erzählt Thomas Mann eine abgründige, zeitlos gültige Geschichte vom Schmerz der Selbsterkenntnis.Mit dieser Novelle hat Thomas Manns ein allgegenwärtiges Kultbuch erschaffenLiteraturgeschichtlich ist »Der Tod in Venedig«, entstanden am Vorabend des Ersten Weltkriegs, zugleich Höhe- und Endpunkt der Décadence-Literatur des 19. Jahrhunderts »Leidenschaft als Verwirrung und Entwürdigung war eigentlich der Gegenstand meiner Fabel, – was ich ursprünglich erzählen wollte, war überhaupt nichts Homo-Erotisches, es war die – grotesk gesehene – Geschichte des Greises Goethe zu jenem kleinen Mädchen in Marienbad.« Thomas Mann»Reizend erscheinst du, o Stadt; doch reizender warst du dem Jüngling Einst, der feurigen Blicks Leben empfing und es gab. Glückliche Jugend! Es wird in der Seele des zärtlichen Schwärmers. Jedes Gefühl Sehnsucht, jeder Gedanke Gefühl.« Aus Der Tod in Venedig
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Der Tod in Venedig
von Thomas Mann
Thomas Manns weltberühmte NovelleAm Lido von Venedig macht Urlaub, wer es sich leisten kann. Hier blickt der berühmte Schriftsteller Gustav von Aschenbach auf das muntere Treiben am Strand. Und hofft auf das Erscheinen dieses überaus schönen Jungen mit dem langen Haar, der im selben Hotel wie er logiert. Was für eine seltsame Leidenschaft treibt ihn da mit einem Mal um? Im Bann des Jungen zerrinnen dem alternden Autor die Gewissheiten seiner Existenz. Vor der Kulisse der morbiden Lagunenstadt erzählt Thomas Mann eine abgründige, zeitlos gültige Geschichte vom Schmerz der Selbsterkenntnis.Mit dieser Novelle hat Thomas Manns ein allgegenwärtiges Kultbuch erschaffenLiteraturgeschichtlich ist »Der Tod in Venedig«, entstanden am Vorabend des Ersten Weltkriegs, zugleich Höhe- und Endpunkt der Décadence-Literatur des 19. Jahrhunderts »Leidenschaft als Verwirrung und Entwürdigung war eigentlich der Gegenstand meiner Fabel, – was ich ursprünglich erzählen wollte, war überhaupt nichts Homo-Erotisches, es war die – grotesk gesehene – Geschichte des Greises Goethe zu jenem kleinen Mädchen in Marienbad.« Thomas Mann»Reizend erscheinst du, o Stadt; doch reizender warst du dem Jüngling Einst, der feurigen Blicks Leben empfing und es gab. Glückliche Jugend! Es wird in der Seele des zärtlichen Schwärmers. Jedes Gefühl Sehnsucht, jeder Gedanke Gefühl.« Aus Der Tod in Venedig
Aktuelle Rezensionen(11)
the most annoying person you know will call this lolita for gay people
Ein Buch, das mir den Vergleich zwischen der apollinischen und der dionysischen Seite des Lebens zeigte. Aschenbach, der durch seinen Eros seine apollinische Seite aufgab und sich immer weiter seiner dionysischen hingab. Es zeigt uns den Konflikt der Vernunft und der Gefühle. Aschenbach kam leider nicht klar mit seinen Gefühlen, da er sonst immer nur nach der Form und nach seiner Vernunft lebte – und so unterlag er diesen.
Ein paar Gedanken zu „Der Tod in Venedig“ „Der Tod in Venedig“ war mein erster Thomas Mann. Eine schmale Novelle, die schon länger im Regal lag und rechtzeitig zu den ersten Sonnenstrahlen gelesen wurde. Und doch hätte ich nicht erwartet, dass mich das Buch auf solch eine Weise bewegt. Begleitet wird der alternde deutsche Schriftsteller Gustav Aschenbach zu beginn des 20. Jahrhunderts nach Venedig. Dort verfällt er einer obsessiven Bewunderung für den polnischen vierzehnjährigen Tadzio. Was für Aschenbach als ästhetische „Schönheit“ beginnt, entwickelt sich schnell zu einer Verfolgung des Jungen auf Schritt und Tritt. Im Hintergrund bricht die Cholera aus, die Stadt verschweigt die Epidemie aus Imagegründen, und Aschenbach verliert sich immer tiefer in seiner Fixierung, was mit dem verzweifelten Versuch endet, sich durch kosmetische Eingriffe verjüngen zu wollen. Ich würde lügen wenn ich sagen würde, dass ich nicht kurz mit dem Gedanken gespielt habe, das Buch abzubrechen. Die ersten 30 Seiten erscheinen mir etwas “überflüssig“ und doch bin ich froh, dass ich drangeblieben bin. Während des Lesens sind mir auch immer wieder Parallelen zu Nabokovs „Lolita“ aufgefallen: - Ähnlich wie „Lolita“ eine Liebeserklärung an die englische Sprache ist, feiert Mann hier die deutsche Sprache auf einem ähnlichen Niveau - Zum Glück bleibt es beim „Tod in Venedig“ bei der inneren Obsession und wird nicht grafisch. Die Novelle wäre mir sonst nicht möglich zu lesen gewesen. Das ist auch schon der gravierende Unterschied: Während Humbert Humbert in Lolita eine aktive Rolle einnimmt, bleibt Achenbach passiver Beobachter, der in seiner eigenen Obsession innerlich verfällt. Es ist faszinierend (und zeitgleich erschreckend), wie (Thomas) Mann die Schönheit Tadzios mit der hässlichen Seuche der Cholera vergleicht. Die gewählte Sprache führt jedoch dazu, dass man fast vergisst, dass man gerade dem moralischen Zerfall einer Person beiwohnt. Das Ende wiederum hat mich eiskalt erwischt. Aufgrund von Aschenbachs Vorahnungen dachte ich fest, dass Tadzio der Cholera zum Opfer fallen würde. Dass stattdessen Aschenbach, blind vor Besessenheit und unbemerkt mit der Cholera infiziert, in seinem Strandkorb stirbt, während er Tadzio hintererblickt, war eine unerwartete Wendung. Insgesamt ein faszinierendes Portrait über den Verfall von Moral und Verstand, eingepackt in einer wunderbaren Sprache. Das Buch lässt sich gut lesen, obwohl das Thema so ekelhaft ist. Keine leichte Novelle, für meinen Teil in der Mitte sogar etwas langweilig, aber das Ende bleibt hängen.
sorry, aber das war‘s nicht für mich 🥲
Wunderbar kunstvoll geschrieben mit zeitlosen Themen und Anregungen.