4.0

Der Rache Glanz

von Maud Ventura, Michaela Meßner

Format:Hardcover
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Cléo weiß schon früh, dass sie den fürchterlich durchschnittlichen Verhältnissen, in denen sie aufwächst, entkommen will. Spätestens als sie bei einer banalen Modenschau von einer Mitschülerin ausgestochen wird, reift in ihr die Erkenntnis, dass sie sich rächen muss. Ihre Vendetta heißt: Berühmt werden. Als Popsängerin. Unerbittlich arbeitet Cléo jahrelang an ihrem Timbre, ihren Lyrics, ihrem Charisma, überhaupt an ihrer Außenwirkung bis ins winzigste Detail. Immer obsessiver verfolgt sie ihr einziges Ziel, geht dabei immer strenger mit sich selbst ins Gericht. Und während sie dem Weltruhm näher kommt, steigt der Preis dafür ins Unermessliche. Der Rache Glanz ist ein mitreißender, messerscharfer Roman über unsere dem blendenden Glanz des schönen Bilds verfallene Zeit und Maud Ventura eine der aufregendsten französischen Autorinnen ihrer Generation.

Gegenwarts- & Literarische Fiktion
Hardcover
Erschienen an: October 14, 2025

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Aktuelle Rezensionen(4)

4.0(19 ratings)
tanja_wueRezension von tanja_wue

"Berühmtheit ist nicht einfach ein Sieg, den man erringt, es ist das Ergebnis eines Rachefeldzugs." Cléo weiß was sie will. Sie will berühmt werden mit ihren eigenen geschrieben Songs. Diese Geschichte erzählt ihre Kindheit und über das und wie sie was erreicht. Sie zeigt Charisma und ihren eigenen Style. Die Fassade dahinter ist eher bissig und nie zufriedenstellend. Der gute Schreibstil und die bissige, Anspruchsvolle Sicht der Protagonistin ist sehr gut gemacht. Vor allem das man merkt, dass nicht alles echt echt was man sieht.

LesezillaRezension von Lesezilla

"Je berühmter du bist, desto mehr gehörst du den anderen." Nachdem ich „Mein Mann" von Maud Ventura regelrecht verschlungen habe, waren meine Erwartungen hoch. Und ja: Kaum jemand schreibt so gnadenlos gute Romane über Narzissmus wie sie. Im Zentrum steht Cléo und ihr Aufstieg zum Superstar - inklusive der hässlichen Nebenwirkungen von Ruhm, Macht und Selbstüberhöhung. Cléo ist MAXIMAL unsympathisch, egozentrisch und schwer auszuhalten. Und genau darin liegt Venturas Stärke: Man will diese Figur verachten und liest trotzdem besessen weiter. Der Roman hat ordentlich Sog, auch wenn man innerlich permanent mit den Augen rollt. Das Ende war mir zu abrupt - hier hätte ich mir einen größeren Knall und Nachhall gewünscht. Zusätzlich störten mich mehrere Rechtschreibfehler. Unterm Strich: Kommt nicht an das Debüt heran, ist aber unterhaltsam und lesenswert. Wer Hollywood, Stars und Ego-Exzesse liebt, wird hier definitiv fündig.

nessaboRezension von nessabo

Anstrengend - auf die unterhaltsamste und süchtigmachenste Art Maud Ventura hatte mich schon mit ihrem Debüt „Mein Mann“ an der Angel. Und auch, wenn beide Bücher keine Highlights für mich sind, bin ich beeindruckt davon, wie gut diese junge Autorin eine ganz bestimmte Art von Geschichten schreiben kann! Während es im Debüt um eine völlig in ihren Mann vernarrte Frau ging, begleiten wir im aktuellen Roman die zu Beginn aufstrebende und später sehr erfolgreiche Sängerin Cléo. Am Anfang habe ich ein bisschen gestruggelt und etwas Zeit gebraucht, um mich in die Handlung einsaugen zu lassen. Wer aber den zäheren Anfangsteil durchhält, wird mit einer extrem immersiven, wenn auch gleichzeitig abstoßenden Geschichte belohnt. Ventura ist wirklich schon jetzt eine Meisterin der unsympathischen, übertriebenen, fast grotesken Protagonistinnen. Cléo ist selbstgerecht, machtversessen und berechnend - also wirklich unausstehlich. Doch die Autorin schafft es sehr geschickt, auch Verständnisraum zu schaffen für ihre Hauptfigur. Wir bekommen ein Gefühl für die Selbstaufgabe, die mit dem Weg zum Ruhm einhergeht. Die Aufgabe scheinbar jeglichen Rechts auf Selbstbestimmung und Ruhe. Ohne die Protagonistin für ihren Machtmissbrauch und ihre Verantwortungslosigkeit in Schutz zu nehmen, vermittelt uns Ventura doch auch kritische Elemente des öffentlichen Interesses an einer berühmten Person. Auch die Industrie selbst wird wie mit Peitschenschlägen entzaubert. Die Einblicke in die Maschinerie hinter Top-Promis sind so detailliert, dass ich mich frage, ob Ventura einfach nur sehr gut recherchieren bzw. fiktionalisieren kann oder ob sie lebensechte Quellen hat. Aber ungeachtet der Hintergründe seziert die Autorin hier wirklich gnadenlos die Menschen und das System. Die Geschichte spitzt sich wie schon im Debüt konsequent zu. Das sorgt für ein Lesen mit angehaltenem Atem, ist aber auch durchaus anstrengend. Ein entspannter oder gar cozy read zum Abschalten ist es keinesfalls. Und scheinbar will die Autorin das auch nicht, sondern stattdessen Werke, die zum Nachdenken anregen. Das gelingt ihr aus meiner Sicht gut, denn auch die ein oder andere Gesellschaftskritik steckt in dem Roman. Denn nur, weil es eine Frau ist, die ganz an der Spitze der Machtpyramide steht, macht es das noch lange nicht feministisch oder überhaupt besser. Ich würde aber schon sagen, dass das Werk vor allem unterhalten möchte - wenn auch auf eine Weise, die es von vielen anderen abhebt. Einen Roman gänzlich ohne Sympathieträger*innen muss mensch schon wollen, aber wenn das etwas für euch ist, dann ist Ventura schlicht perfekt! Und nicht zuletzt: Meine Güte, was kann die Frau für Plot-Twists schreiben?! Der ihres Debüts war zwar ein schlicht unübertrefflicher Banger, aber auch hier habe ich ihn nicht kommen sehen. Für mich ein bemerkenswertes Stück Literatur, das thrillerhafte Elemente in dieses Genre einbringt und sich so wirklich einen Platz in den Regalen verdient. Und auch, wenn es für mich kein Wohlfühlwerk war und ich es gern etwas mehr gestrafft gehabt hätte, hat es einen besonderes Stellenwert und ich werde mich noch eine Weile daran erinnern. PS: In der Widmung des Buches steht "Für Mein Mann" (kein grammatikalischer Fehler) und ich liebe es?! 😍

IsabelleRezension von Isabelle

Maud Ventura gehört für mich eindeutig zur oberen Liga, wenn es um die Darstellung von Obsessionen narzisstischer Charaktere geht. So gefangen, wie die Protagonistin Cléo in ihrem Streben nach Ruhm und Glanz ist, so sehr sind auch wir als Leser*innen in ihrem Kopf gefangen. 440 Seiten, auf denen wir sie (in Rückblenden) durch ihre sehr intensiven, oft tyrannischen Gedanken begleiten, als auch auf der einsamen Insel, auf der sie sich eine Auszeit nimmt. Schreibstil: 5/5 Struktur: 4/5 Tempo: 2/5 Ende: 5/5 Trotz dieser Stärken vergebe ich schweren Herzens nur 3 Sterne, weil mich die Geschichte über weite Teile in der Mitte einfach verloren hat. Für das starke Ende hätte es diesen langen Aufbau meiner Meinung nach nicht gebraucht. (Beide Bücher können unabhängig voneinander gelesen werden)

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