Das wahre Märchen: Warum nur dealt Abel mit Drogen, wirkt oft übermüdet und bleibt als Mitschüler ein distanzierter Aussenseiter? Anna nähert sich seinem Leben und sie lernt noch einen anderen Abel kennen, der für die kleinere Halbschwester Mischa sorgt, weil die Mutter seit einiger Zeit verschwunden ist. Zudem ist er ein begabter Erzähler, der dem Kind ein Märchen erzählt, in das sich immer mehr reale Personen aus seinem und ihrem Leben hineinmischen. Dann schlägt auf einmal die Realität mit Unerbittlichkeit zu. Mischas Vater wird tot aufgefunden und auch der Sozialarbeiter, der sich in Abels und Mischas Leben eingemischt hat, stirbt. Anna leidet mit ganzer Seele mit, schwankt ständig zwischen Anziehung und Sorge hin und her und erfährt schliesslich das grausame Geheimnis Abels. Geschickt verwebt Michaelis die innere und äussere Realität, deren Zerstörungskraft in der Direktheit kaum auszuhalten ist. Mit Annas Annäherung und Anziehung schauen wir auf den jugendlichen Abel, dessen eingeschlossene Verzweiflung erst zum Schluss aufgedeckt wird und einen als Lesende tief bewegt zurücklässt. Ab 14 Jahren, *****, Denise Racine.
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Der Märchenerzähler
Das wahre Märchen: Warum nur dealt Abel mit Drogen, wirkt oft übermüdet und bleibt als Mitschüler ein distanzierter Aussenseiter? Anna nähert sich seinem Leben und sie lernt noch einen anderen Abel kennen, der für die kleinere Halbschwester Mischa sorgt, weil die Mutter seit einiger Zeit verschwunden ist. Zudem ist er ein begabter Erzähler, der dem Kind ein Märchen erzählt, in das sich immer mehr reale Personen aus seinem und ihrem Leben hineinmischen. Dann schlägt auf einmal die Realität mit Unerbittlichkeit zu. Mischas Vater wird tot aufgefunden und auch der Sozialarbeiter, der sich in Abels und Mischas Leben eingemischt hat, stirbt. Anna leidet mit ganzer Seele mit, schwankt ständig zwischen Anziehung und Sorge hin und her und erfährt schliesslich das grausame Geheimnis Abels. Geschickt verwebt Michaelis die innere und äussere Realität, deren Zerstörungskraft in der Direktheit kaum auszuhalten ist. Mit Annas Annäherung und Anziehung schauen wir auf den jugendlichen Abel, dessen eingeschlossene Verzweiflung erst zum Schluss aufgedeckt wird und einen als Lesende tief bewegt zurücklässt. Ab 14 Jahren, *****, Denise Racine.
Aktuelle Rezensionen(5)
Unbeschreibliche thematische Bandbreite. Deckt sehr viele relevante Themen für Jugendliche ab, ohne zu überlasten
Wer mich schon eine Weile kennt und auch schon die ein oder andere Rezension von mir gelesen hat, weiß das ich diese eher kurz halte und neben dem Klappentext nicht mehr unbedingt viel zum Inhalt erzähle. Genauso halte ich das auch hier bei der Rezension zu »Der Märchenerzähler« denn das Risiko einen von euch ungewollt zu spoilern ist mir dann doch zu groß. Leider habe ich genau das bei vielen Rezensionen zu diesem Buch gesehen und will es nun vermeiden. Aber worum geht es denn nun? Denn der Klappentext gibt nicht allzu viel her, weshalb ich euch bisschen was zum Inhalt erzählen kann. Denn wie kann es sein, das sich Anna in einen Jungen verliebt der ein absoluter Außenseiter ist? Und da sind wir auch am Anfang der Geschichte, denn die Tatsache das niemand irgendetwas über Abel weiß und das er von allen nur der polnische Kurzwarenhändler genannt wird, macht Anna neugierig auf ihn. Aus diesem Grund entscheidet Anna das sie ihm nach der Schule einfach folgt und dadurch lernt sie die sanfte Seite von Abel kennen, der wie im Klappentext beschrieben sich um seine kleine Schwester kümmert und dieser Märchen erzählt, damit sie die Gesamtsituation rund um ihre Familie besser verabeiten kann. Und somit geht dann die Geschichte ihren Verlauf und Anna verliebt sich. Was es nun aber damit auf sich hat das Realität und Märchen sich vermischen, könnt ihr in dem Roman von Antonia Michaelis selbst nachlesen. Der Schreibstil von Antonia Michaelis ist für viele vielleicht erstmal gewöhnungsbedürftig, aber ich persönlich hatte damit keinerlei Probleme und kam von Anfang an sehr gut in die Geschichte rein. Ihr Schreibstil ist sehr märchenhaft, aber auch poetisch. Antonia Michaelis hat ein Talent mit Worten um zugehen und bei Charakteren wie auch bei Lesern das zu erreichen was sie will. Denn auch ich als Leserin wusste irgendwann nicht mehr ob das was sie in einem Märchen von Abel verpackt nun einfach nur von ihm ausgedacht ist oder doch Realität. Durch das Schicksal der Familie von Abel und Micha, wie auch durch die Geschehnisse gewinnt die Geschichte immer mehr an Dramatik, was Antonia Michaelis durch ihren Schreibstil nochmals unterstreicht. Was mich persönlich etwas gestört hat bzw. was mir gefehlt hat ist, dass die Geschehnisse -auf welche ich nicht genauer eingehen werde - Anna in keinster Weise die Augen geöffnet haben und sie sich von Abel und seiner Familie zurück zieht. Im Gegenteil durch ihre rosarote Brille bleibt sie immer an seiner Seite egal was auch passiert. Trotz dieses einen Kritikpunkts kann ich euch dieses Buch empfehlen, denn das macht das Buch nicht schlechter. Es ist nun mal Annas Charakter und genauso war es von Antonia Michaelis gewollt auch wenn es bestimmt den ein oder anderen Leser ärgert.
Fette Triggerwarnung: <spoiler>Vergewaltigung, Suizid, Mord, Erwähnung von Kindesmissbrauch, Alkohol- & Drogenkonsum, selbstverletztendes Verhalten, Stalking Ein Jugendbuch ab 14 Jahren (!!), in dem die Protagonistin zu ihrem Vergewaltiger zurückgeht mit der Begründung "die Liebe kennt keine Vernunft", sollte meiner Meinung nach verboten werden. Die Protagonistin beschließt, niemals jemandem von der Verwaltigung zu erzählen und sucht die Schuld bei sich. Nichts davon wird hinterfragt oder kritisch beleuchtet. Die Taten des Vergewaltigers (und Mörders) werden verhamlost und mit seinen eigenen schlimmen Erfahrungen begründet. Wenn es am Ende noch ein Gespräch mit zb den Eltern gegeben hätte, indem klargestellt worden wäre, dass traumatische Erlebnisse keine Rechtfertigung für eine Vergewaltigung sind oder das eine Vergewaltigung niemals die eigene Schuld ist oder das man die Polizei rufen sollte, wenn dir jemand zwei Morde gesteht (anstatt mit der Person zu schlafen wtf), hätte ich das Buch anders bewertet. Aber das gab es nicht, also </spoiler> nein, einfach nein.
Ein Buch, das knappe 450 Seiten hat und ich innerhalb von knapp 3 Tagen zu Ende gelesen habe. Werde auf jeden Fall noch mehr von der Autorin lesen. Wenn ihr Empfehlungen habt, immer her damit :) Der Schreibstil ist klasse und es macht eine Menge Spaß in dem Buch zu lesen! Den Rest soll jeder für sich herausfinden :) Achja: Das Ende hat mich ziemlich umgehauen!
Rezi auch hier: http://buechertruhe.blogspot.com/2011/07/rezi-der-marchenerzahler.html <b>Inhalt:</b> Die 17-jährige Anna sollte eigentlich nur ihr Abitur im Sinn haben, doch wird sie aufmerksam auf Abel Tannatek. Sie kennt Abel aus ihrem Deutschkurs, allgemein ist er als Drogendealer und Schulschwänzer bekannt. Nicht der Richtige für die wohlerzogene Anna. Trotzdem verliebt sie sich in ihn und lernt eine ganz andere Seite von ihm kennen: Der weiche Abel, der sich um seine kleine Schwester Micha kümmert und ihr ein Märchen erzählt, das vielleicht mehr ist, als nur Fiktion. <b>Meine Meinung:</b> Der Inhalt klingt so lieb und nett. Auch der Klappentext lässt eine poetische und romantische Geschichte vermuten. Aber ich beginne von vorn: Der Prolog des Buches sollte schon eine Warnung sein: Dieses Buch ist kein Zuckerschlecken. Es ist brutal, gewaltätig und überhaupt nicht geeignet für Jugendliche ab 14 Jahren (die eigentliche Zielgruppe des Romans). Generell sind mir Mädchen unsympathisch, die für ihr Abi nicht lernen müssen. Anna ist so ein Mädchen. Sie ist mitten in ihrer heißen Abiturphase und kann es sich leisten, bis spät in die Nacht um die Häuser zu ziehen (bzw. sich mit Abel zu treffen). Ihre Eltern sehen zu und akzeptieren alles, was Anna tut. An sich war mir Anna zunächst nicht unsympathisch, aber ihre Handlungen und genau solche Kleinigkeiten, ließen sie in meiner Gunst immer weiter sinken. Abel schloss ich ebenfalls nicht in mein Herz. Der einzige Pluspunkt, den er vorzuweisen hat, ist seine kleine Schwester Micha. Sie ist süß, niedlich und man möchte sie in den Arm nehmen und nie wieder loslassen. Sie ist die einzige Figur gewesen, mit der ich mitgefiebert hatte. Zurück zur Story. Es geht um Mord. Gewalt. Missbrauch. Vernachlässigung. Und Trennung. Viele sehr schwere Themen, die dieses Buch behandelt. Leider schafft es die Autorin nicht, die Themen richtig zu verpacken. Dieses Buch könnte die richtigen Werte vermitteln, aber meine Meinung nach ging das nach hinten los. Ich dachte ständig daran, wie man es hätte anders schreiben können, um Menschen hilfreiche Erfahrungen mit auf den Lebensweg zu geben. Es passieren Dinge, die sind indiskutabel. Die Menschen, die das Buch gelesen haben, wissen vermutlich sehr genau von welcher Szene ich im Speziellen spreche. Sie passiert in einem Bootshaus. An dieser Stelle geht die Autorin zu weit. Viel zu weit. Es kann nicht angehen, dass so etwas passiert und Anna danach verzeiht und normal weitermacht. Was vermittelt das jungen Mädchen, die das Buch lesen? Das völlig Falsche! Sie erzählt es ihrer Mutter und was tut sie? Auch nichts. Als wäre es nicht schlimm. Ich finde das schockierend! Gefallen hat mir an dem Buch der Schreibstil von Antonia Michaelis. Damit meine ich nur den Schreibstil während der realen Erzählung. Der ist sehr flüssig und anschaulich. Der Schreibstil innerhalb des Märchens war sehr im Stil von "Der kleine Prinz" - leider nicht mein Fall. Wenn dieser Roman die harte Realität darstellen soll, dann bin ich wohl in einem Paralleluniversum aufgewachsen. Ich finde ihn keineswegs real. So viel auf einmal gibt es nicht und vor allem nicht so gebündelt. In der Realität sind die meisten 17-jährigen Mädchen auch nicht so naiv und gedanklich beschränkt. Ich glaube, dass die meisten anders handeln würden. Oder zumindest würden Eltern und Freunde eingreifen. Die Bewertung war für mich ganz schwierig. Für den moralischen Aspekt verdient "Der Märchenerzähler" keinen einzigen Stern. Aber ich vergebe insgesamt zwei Sterne. Einen für Micha, die sehr rührend ist und ein Stern für das schriftstellerische Können der Autorin.