4.4

Der letzte Sommer der Tauben

von Abbas Khider

Format:Hardcover
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Eine mitreißende Parabel: Wie totalitäre Herrschaft in den Alltag dringt. – Noah ist vierzehn Jahre alt und Taubenzüchter. Eines Tages flattern seine geliebten Tiere unruhig durch die Lüfte, über der Stadt kreisen die Helikopter des Kalifats. Noah erlebt einen Sommer voller Umbrüche: Für seinen Vater muss er Frauenkörper auf Produktfotos schwärzen, sein älterer Bruder steigt zum Leiter einer Sicherheitsbehörde auf, seine Mutter und seine Schwester dürfen nicht mehr allein aus dem Haus – und bald schon steht das Leben seiner Tauben auf dem Spiel. Mit großer Zartheit und feinem Humor erzählt »Der letzte Sommer der Tauben« vom Verlust der Kindheit und vom Erwachsensein in einer von Willkür und Gewalt bestimmten Gesellschaft. Eine mitreißende Geschichte voller eindringlicher Bilder – ein großer neuer Roman von Abbas Khider, der als Junge selbst Taubenzüchter war.

Gegenwarts- & Literarische Fiktion
216 SeitenHardcover
Erschienen an: 2026-01-27

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Aktuelle Rezensionen(11)

4.4(89 ratings)
TimoRezension von Timo

Frauenbilder werden geschwärzt, Frauen wird die Arbeit verboten und sie dürfen nicht mehr alleine auf die Straße. Das Niqab wird zur Pflicht. Das Buch beschreibt den Beginn des Kalifats. Noah liebt seine Tauben, die ein Symbol der Freiheit sind. Es geht um eine Familie und ein Volk, denen die Freiheit genommen wird. Unterdrückung und Gewalt herrschen, ausgeübt von der sogenannten Religionspolizei. Man schließt die Figuren schnell ins Herz, fühlt mit ihnen und leidet mit ihnen. Eine kurze Geschichte, die wahnsinnig unter die Haut geht. Man begleitet eine Familie in Unsicherheit und Angst und ein Volk durch die Unterdrückung des Kalifats. Der Schreibstil ist wunderbar poetisch. Die Parallelen, die metaphorisch zu den Tauben gezogen werden, oder der kleine Tropfen Humor Onkel Alis, der die Hoffnung nicht aufgeben lässt – Abbas Khider schafft es zu berühren.

Sandy GrotelohRezension von Sandy Groteloh

Abbas Khider spart sich hier die großen Worte und zeigt stattdessen, wie sich der Alltag unter dem Kalifat anfühlt: eng, paranoid und willkürlich. Ein Junge (Noah) will eigentlich nur seine Tauben züchten, während um ihn herum die Welt radikal umschlägt. Man bekommt Informationen über das Leben und die Hintergründe dort, die einem die Augen öffnen und die man in keinem Nachrichtenbeitrag so mitbekommt. Das Beste ist, dass man es trotzdem super schnell weglesen kann – es zieht sich nicht, sondern man ist direkt drin und lernt nebenbei noch eine Menge Neues..

Christina KordesRezension von Christina Kordes

Wertvolle Parabel - hab mich super in die Situation einfühlen können. Mag den Schreibstil sehr. Die Eindrücke die man von Noahs Leben bekommt, regen zum Nachdenken an und hallen noch nach. Viel Freude beim Lesen!

Jacqueline RömerRezension von Jacqueline Römer

Vor einigen Jahren hat mich Abbas Khider mit „Der Erinnerungsfälscher“ sehr beeindruckt. Als ich in der Vorschau seinen neuen Roman entdeckt habe, musste dieser sofort auf meine Wunschliste. Der Roman spielt sich innerhalb weniger Wochen im Sommer ab in einer nicht näher benannten Stadt, eines nicht näher benannten Landes in dem nicht näher benannte Soldaten (unter ihnen auch Deutsche) das Kalifat ausrufen. Von Woche zu Woche werden nicht nur strengere Regeln eingeführt, sondern auch die Bestrafungen bei Verstößen grausamer, die zur Abschreckung teilweise öffentlich erfolgen. Mittendrin als Ich-Erzähler der vierzehnjährige Noah, dessen Fluchtpunkt in dieser neuen verwirrenden und beängstigenden Realität seine Tauben sind. Der Erzählton trifft und berührt mich sehr. Noah ist ein Jugendlicher, fast noch Kind, der seine Welt und seine Freunde nicht mehr versteht, aber versucht an kleinen Hoffnungen festzuhalten. Er hat fast täglich Ängste auszustehen und doch blitzen in ihm auch Gedanken des Widerstandes auf. Man kann annehmen, dass die Geschichte im Irak im Sommer 2014 spielt, als Isis-Kämpfer große Teile des Landes eingenommen hatten und dort den Gottesstaat ausgerufen haben. Doch die bewusste Zeit- und Ortlosigkeit, dieses Irgendwann und Irgendwo verleiht der Geschichte das bedrückende Gefühl der Wiederholbarkeit. „Der letzte Sommer der Tauben“ ist ein kleine, poetische Erzählung die eindringlich große Geschichte erzählt. Für mich ein Highlight, dass ich euch gerne empfehle.

Sophie WaldmannRezension von Sophie Waldmann

Wichtiges Thema, bedrückende Handlung. Sprachlich hat es mich nicht so gefesselt.

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