Der Idiot gehört zu den fünf bekanntesten Romanen Fjodor Dostojewskis, die zur Weltliteratur gezählt werden. Er wurde von Dostojewski in Genf 1867 begonnen und in Mailand 1868 beendet und erschien von Januar 1868 bis Februar 1869 in der Zeitschrift Russki Westnik. Der junge Fürst Myschkin, Titelheld des Romans, kehrt nach einem jahrelangen Aufenthalt in einer Schweizer Heilanstalt nach Sankt Petersburg zurück. Er leidet an Epilepsie (wie auch Dostojewski selbst), ist zwar den Jahren nach erwachsen, gleicht aber in emotionaler Hinsicht einem unerfahrenen Kind. Viele seiner Eigenschaften, die in der damaligen russischen Gesellschaft als "idiotisch" angesehen werden, beruhen schlicht auf Myschkins eigenwilliger Ehrlichkeit und Vertrauensseligkeit. Er zeigt sich großmütig und ist immer bereit, gelassen zu verzeihen und das Beste in den Menschen zu sehen und zu fördern ...
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Der Idiot
Der Idiot gehört zu den fünf bekanntesten Romanen Fjodor Dostojewskis, die zur Weltliteratur gezählt werden. Er wurde von Dostojewski in Genf 1867 begonnen und in Mailand 1868 beendet und erschien von Januar 1868 bis Februar 1869 in der Zeitschrift Russki Westnik. Der junge Fürst Myschkin, Titelheld des Romans, kehrt nach einem jahrelangen Aufenthalt in einer Schweizer Heilanstalt nach Sankt Petersburg zurück. Er leidet an Epilepsie (wie auch Dostojewski selbst), ist zwar den Jahren nach erwachsen, gleicht aber in emotionaler Hinsicht einem unerfahrenen Kind. Viele seiner Eigenschaften, die in der damaligen russischen Gesellschaft als "idiotisch" angesehen werden, beruhen schlicht auf Myschkins eigenwilliger Ehrlichkeit und Vertrauensseligkeit. Er zeigt sich großmütig und ist immer bereit, gelassen zu verzeihen und das Beste in den Menschen zu sehen und zu fördern ...
Aktuelle Rezensionen(1)
In "Der Idiot" übt Dostojewski wie gewohnt Gesellschaftskritik, doch das Thema Moral und Güte des Menschen erscheint mir hier aktueller denn je. Der Protagonist Fürst Myschkin verkörpert das Ideal von Reinheit, Mitgefühl und Güte in einer moralisch korrupten und heuchlerischen Gesellschaft. Der Roman zeigt eindrücklich, wie der Versuch, das Gute in die Welt zu tragen, scheitert und anderen Leid zufügt. Der Wille, moralisch richtig zu handeln, wird als Naivität abgestempelt. Obwohl mir Dostojewskis Absicht und Myschkins Haltung von Anfang an klar waren, ertappte ich mich selbst dabei, ihn als naiv zu betrachten, da es heute (wie auch schon immer) unüblich ist, vom Guten auszugehen. Das Buch regt definitiv zum Nachdenken über sich selbst und seine Mitmenschen an. Es ist beeindruckend, wie Dostojewski seine eigenen Eigenschaften und Erfahrungen in den Protagonisten einfließen lässt. Das Buch verlangt eine beträchtliche Investition an Zeit und Geduld, was anfangs vielleicht abschreckend wirkt. Doch die Schätze, die es birgt, sind jeden Aufwand wert. Ich empfehle daher, vor dem Eintauchen in die Geschichte einen Blick in den Anhang zu werfen oder sich zumindest oberflächlich mit Dostojewskis Lebensgeschichte vertraut zu machen. Dadurch wird das Lesen noch bereichernder und tiefergehend.