In Grossbritannien ist Mantel (64) so etwas wie eine öffentliche Ikone und Vordenkerin, eine freche und kluge Stimme. Ihre stark ironisierten, dabei oft mit magischem Realismus spielenden Romane (zuletzt "Im Vollbesitz des eigenen Wahns",) zeigen mit kühlem Blick, was die Welt dem Einzelnen zumutet im Namen von Gesellschaft, Familie oder wie hier Religion. Im Fokus der 1989 in der Erstausgabe erschienenen Geschichte steht Pfarrer Angwin, der in einem englischen Nest so altbacken katholisch ist, dass der zuständige Bischof ihm einen Hilfsprediger auf den Hals hetzt. Fludd heisst der junge, geisterhafte Mann, und es ist eine Art Flutwelle, mit der er durch das Kaff fegt. Pfarrer Angwin gesteht, dass er seit 20 Jahren Atheist ist, und auch andere Mitglieder der Gemeinde fallen plötzlich aus ihren vorgestanzten Rollen. Vor dem Hintergrund der 1950er-Jahre entfaltet der auch formal funktionierende Roman einen interessanten Showdown der guten und weniger himmlischen Kräfte. Mantels Hang zur intelligenten Comedy und ihre glaubhafte Figurenzeichnung machen den Roman zu einer echten Empfehlung
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Der Hilfsprediger Roman
von Hilary Mantel
In Grossbritannien ist Mantel (64) so etwas wie eine öffentliche Ikone und Vordenkerin, eine freche und kluge Stimme. Ihre stark ironisierten, dabei oft mit magischem Realismus spielenden Romane (zuletzt "Im Vollbesitz des eigenen Wahns",) zeigen mit kühlem Blick, was die Welt dem Einzelnen zumutet im Namen von Gesellschaft, Familie oder wie hier Religion. Im Fokus der 1989 in der Erstausgabe erschienenen Geschichte steht Pfarrer Angwin, der in einem englischen Nest so altbacken katholisch ist, dass der zuständige Bischof ihm einen Hilfsprediger auf den Hals hetzt. Fludd heisst der junge, geisterhafte Mann, und es ist eine Art Flutwelle, mit der er durch das Kaff fegt. Pfarrer Angwin gesteht, dass er seit 20 Jahren Atheist ist, und auch andere Mitglieder der Gemeinde fallen plötzlich aus ihren vorgestanzten Rollen. Vor dem Hintergrund der 1950er-Jahre entfaltet der auch formal funktionierende Roman einen interessanten Showdown der guten und weniger himmlischen Kräfte. Mantels Hang zur intelligenten Comedy und ihre glaubhafte Figurenzeichnung machen den Roman zu einer echten Empfehlung
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