4.0

Der Funke des Lebens

von Jodi Picoult

Format:Hardcover

An einem warmen Herbsttag wird der Polizeiunterhändler Hugh McElroy zu einer Frauenklinik in Jackson, Mississippi, gerufen. Ein verzweifelter Schütze war in die Klinik eingedrungen, hatte das Feuer eröffnet und die Anwesenden als Geiseln genommen. Als McElroy im Begriff ist, mit dem Geiselnehmer zu verhandeln, kommt auf seinem Handy eine schockierende Nachricht an: Seine 15-jährige Tochter Wren befindet sich in der Klinik. McElroy setzt alles daran, Wren und die anderen Geiseln zu befreien - Frauen in Not, engagierte Ärzte und Krankenschwestern, bedroht von einem fanatischen Abtreibungsgegner, selbst Vater einer Tochter im Teenageralter, der Amok läuft, um sich Gehör zu verschaffen.

Gegenwarts- & Literarische Fiktion
448 SeitenHardcover
Erschienen an: 2020-04-27

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Aktuelle Rezensionen(2)

4.0(12 ratings)
JuliaRezension von Julia

Polizeiunterhändler Hugh McElroy steht vor einer Frauenklinik in Jackson, Mississippi und ist bemüht, Kontakt zu dem Schützen zu halten, der kurz zuvor in die Klinik eingedrungen war und das Feuer eröffnet hatte. Unter den Geiseln, mit denen sich der Täter verschanzt hat, ist die 15-jährige Tochter des Polizisten. Auch der Schütze ist Vater eines jungen Mädchens und beide Männer versuchen, für ihre Töchter einzustehen. Die Idee der Autorin, die Geschichte rückwärts zu erzählen, ist grundsätzlich innovativ und interessant, tut dem Buch aber leider nicht so gut. Wir begleiten viele Figuren, sowohl Patientinnen als auch Angestellte der Abtreibungsklinik und den Polizisten außerhalb. Da wir mitten im Geschehen starten und dann stundenweise bis zum Beginn des Amoklaufs springen, hatte ich erst ziemliche Probleme damit, die Charaktere zu unterscheiden und den einzelnen Handlungssträngen zuzuordnen. Zudem ist die Handlung an sich vorhersehbar und dadurch spannungsarm. Trotzdem hat die Geschichte ihren Reiz, da sie davon lebt, die Figuren und ihre Ansichten kennen zu lernen. Jodi Picoult ist bekannt dafür, schwierige Themen von allen Seiten zu beleuchten, in diesem Roman stach ihre eigene Meinung aber recht deutlich hervor. So ist die Seite der Abtreibungsgegner ein wenig unterrepräsentiert. Die Autorin glich das aber durch ihr Nachwort aus, wo einige, für mich ganz essentielle Dinge angesprochen werden, die in dieser Diskussion leider oft zu kurz kommen. Der Konflikt zwischen dem Selbstbestimmungsrecht der Frau und dem Schutz ungeborenen Lebens muss einen zwangsläufig interessieren, dann hat dieses Werk Highlight-Potential. 4 Sterne von mir!

BettinaRezension von Bettina

Als Hugh zu einem Einsatz als Unterhändler zur Entschärfung eines Amoklaufs gerufen wird, ahnt er nicht, dass sich in der Abtreibungsklinik unter den Geiseln seine Schwester und Tochter befinden. Obwohl er damit eigentlich nicht weiter an dem Fall arbeiten darf, kann er einfach nicht die Finger davon lassen und setzt alles daran, im Kontakt mit dem Geiselnehmer nicht nur seine Tochter und Schwester, sondern alle Geiseln, unter ihnen Ärzte, Schwestern, Patientinnen und auch Abtreibungsgegner, zu retten. Dabei muss er zu einem Mann durchdringen, der selbst den Schmerz kaum aushält, denn seine Tochter ließ seinen Enkeln selbst erst abtreiben... Viele, viele Jahre ist es her, dass ich einen Roman von Jodi Picoult gelesen habe. Ich erinnere mich noch relativ gut daran, da das Thema kontrovers beleuchtet wurde und mir die Art und Weise des Erzählens, auch mit juristischen Hintergründen, einfach wahnsinnig gut gefallen hat. Deswegen erhoffte ich mir von diesem Roman, dass das Thema Abtreibungen mit seinem Für und Wider in einem spannenden Roman verpackt wurde. Das Buch ist in verschiedene Abschnitte, Kapitel aufgeteilt, die in Uhrzeiten gegliedert sind. Direkt beim zweiten Abschnitt war ich leicht irritiert, da Jodi Picoult sich in diesem Roman für einee spannende, aber gewagte Erzählweise entschieden hat: wir erleben die Geschichte rückwärts. Und zwar nicht ein großer Rückwärtssprung, der dann wieder vorwärts gerichtet ist. Wir reisen mit jedem Abschnitt eine Stunde vor. In diese Art und Weise des Erzählens musste ich mich auch erst einfinden. Obwohl ich es erfrischend und innovativ auf der einen Seite finde, fand ich es auf der anderen Seite auch mehrfach verwirrend. Man muss sich in diese Erzählart definitiv erst einfinden. Durch dieses rückblickende, Schritt für Schritt, erfahren wir viel über die einzelnen Beweggründe jedes Charakters, wieso er letzten Endes an oder in der Klinik ist. Ich hatte anfangs noch ein wenig Schwierigkeiten die einzelnen Personen alle klar auseinanderzuhalten oder viel mehr sie zuzuordnen, wer welche ‚Rolle‘ in dem Roman inne hat. Das wurde durch die Erzählweise auch nicht vereinfacht. Dafür hat man aber wirklich einen tiefen Einblick darin, was die einzelne Frau dazu bewegt, abtreiben zu wollen. Oder eben auch gegen Abtreibungen zu sein. Oder wieso ein Arzt sich dazu entscheiden, diesen Weg zu gehen. Durch die vielen Charaktere, die vielleicht zu anfangs tatsächlich etwas überfordern, entsteht aber auch eine sehr breit gefächerte Sicht auf das Thema Abtreibungen. Ich finde auch nicht, dass die Autorin sich auf eine Seite schlägt oder eine Seite vorverurteilt. Man kann sich als Leser selbst eine Meinung bilden oder seine bisherige Meinung weiterentwickeln und abgleichen. Was mit neben der Verwirrung, die die Erzählweise mit der Charakteranzahl mit sich gebracht hat, auch nicht ganz so gut gefallen hat, ist, dass das Ende leider auch etwas ‚schnell‘ und abrupt ist. Da der letzte Abschnitt dann doch noch nach dem ersten Kapitel spielt und man zu dem Zeitpunkt wirklich eine Bindung zu einzelnen Charakteren aufbaut, steht man dann etwas ratlos da, da es nicht viele Informationen gibt, als die, die man bereits direkt zu Anfang bekommen hat. Das ist nicht zwingend schlecht, ich fand es aber etwas schade, da ich sehr auf das Ende hingefiebert habe und dann etwas enttäuscht war. Mir hat das Buch insgesamt gut gefallen. Ich finde, hier wurden zwei ersten Themen, Abtreibung aber auch Amokläufe, auf eine sehr interessante Art und Weise erzählt. Kritikpunkte für mich sind tatsächlich das Ende, was mir etwas zu wenig, zu schwach war im Vergleich zu dem, was am Anfang der Geschichte erzählt wurde, und die Erzählweise, in die man nicht so intuitiv ‚reinschlüpfen‘ kann. Auf meiner Wunschliste steht bereits ein weiterer Roman von Jodi Picoult, denn ich hoffentlich sehr bald lesen kann, denn ich finde einfach, dass die Autorin eine sehr kreative Art und Weise des Erzählens von Geschichten hat :).

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