Der Fährmann
von Regina Denk
Der Vorabend des Ersten Weltkriegs, zwei Dörfer, getrennt durch die Salzach und damit durch die Grenze zwischen Deutschland und Österreich. Vier junge Menschen, die hier erwachsen werden. Ihre Schicksale sind fest miteinander verwoben: durch Freundschaft und Liebe, durch Traditionen und Verpflichtungen. Den Leben der Einzelnen steht die große Geschichte gegenüber. Weltpolitische Erschütterungen treffen auf individuelles Aufbegehren, auf Schuld und Gewalt, aber auch auf Zusammenhalt, Selbstlosigkeit und Mitgefühl. Ein Roman, der zeitlos und doch aktueller denn je die Frage stellt, ob der Mensch aus seinen Fehlern lernen kann, und in dem auf jeder Seite eine Warnung aufblitzt: leise, aber unübersehbar.
Was ist bookie?
- Gratis Lieferung in Deutschland
- Finde Bücher die zu dir passen
- Tracke dein Leseverhalten und setze dir Ziele
- Connecte dich mit anderen Leser*innen
Der Fährmann
von Regina Denk
Der Vorabend des Ersten Weltkriegs, zwei Dörfer, getrennt durch die Salzach und damit durch die Grenze zwischen Deutschland und Österreich. Vier junge Menschen, die hier erwachsen werden. Ihre Schicksale sind fest miteinander verwoben: durch Freundschaft und Liebe, durch Traditionen und Verpflichtungen. Den Leben der Einzelnen steht die große Geschichte gegenüber. Weltpolitische Erschütterungen treffen auf individuelles Aufbegehren, auf Schuld und Gewalt, aber auch auf Zusammenhalt, Selbstlosigkeit und Mitgefühl. Ein Roman, der zeitlos und doch aktueller denn je die Frage stellt, ob der Mensch aus seinen Fehlern lernen kann, und in dem auf jeder Seite eine Warnung aufblitzt: leise, aber unübersehbar.
Aktuelle Rezensionen(5)
Regina Denks „Der Fährmann“ ist ein düsteres, emotionales und historisch tief verwurzeltes Familiendrama, das an der deutsch-österreichischen Grenze entlang der Salzach spielt. Es erzählt die Geschichte von vier jungen Menschen, die in einem Strudel aus Liebe, Zwang, Gewalt und Schuld gefangen sind. Ein junger Mann, der nie Fährmann werden wollte, und eine Frau, der die Ehe mit dem Falschen aufgezwungen wird – in einem Dorf, das von Armut, Tradition und Schweigen zusammengehalten wird, bis alles zerbricht. Hannes liebt Elisabeth, doch ihr Leben wird von anderen bestimmt. Sie findet sich in einer Ehe voller Härte und Gewalt wieder, während Hannes an das Amt gebunden ist, das ihm jede Zukunft nimmt. Zwischen ihnen fließt die Salzach – und ein Schicksal, das sich nicht aufhalten lässt. Mit dem Ausbruch des Krieges und dem Verschwinden eines Kindes gerät die Welt ins Wanken. Liebe verwandelt sich in Schuld, Hoffnung in Schmerz, und jeder trägt eine Last, die zu schwer ist für ein einziges Leben. Ein Roman wie ein dunkler Fluss: kalt, schön, unerbittlich.
Der historische Roman „Der Fährmann“ von Regina Denk entfaltet ein eindringliches, düsteres Familiendrama vor der Kulisse der deutsch-österreichischen Grenze zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Im Zentrum stehen die beiden Dörfer Hohenwart und Siegering, getrennt durch die Salzach und zugleich verbunden durch den Fährmann – eine Rolle, die weit über das rein Praktische hinaus eine symbolische Bedeutung erhält. Im Mittelpunkt der Handlung steht Hannes Winkler, der den gefährlichen Beruf des Fährmanns übernimmt. Traditionell darf er keine Familie gründen, da das Risiko eines tödlichen Unfalls allgegenwärtig ist und niemand von seinen Lieben zurückbleiben soll. Genau dieser Umstand wird für ihn zur persönlichen Tragödie: Seit seiner Kindheit liebt er Elisabeth, und auch sie empfindet mehr für ihn. Dennoch ist sie aus familiären und gesellschaftlichen Gründen dem wohlhabenden Hoferben Josef Steiner versprochen. Gleichzeitig entwickelt Elisabeths Freundin Annemarie, die von klein auf in der Kneipe ihrer Eltern arbeiten muss, eigene Gefühle für Josef. Dieses Beziehungsgeflecht bildet das emotionale Zentrum des Romans und ist geprägt von unerfüllter Liebe, Pflichtgefühl und wachsender innerer Zerrissenheit. Aus der anfänglichen Vertrautheit der Figuren entwickelt sich im Laufe der Zeit ein von Spannungen durchzogenes Erwachsenenleben. Hannes bleibt an seine Rolle gebunden und stellt seine eigenen Wünsche zurück, während Elisabeth den Erwartungen ihrer Familie folgt und Annemarie mit ihren eigenen Sehnsüchten ringt. Die Figuren wirken gefangen in den Strukturen ihrer Zeit, in der persönliche Freiheit kaum Raum findet. Besonders deutlich wird, wie sehr gesellschaftliche Normen und traditionelle Rollenbilder die Lebenswege bestimmen und individuelle Entscheidungen einschränken. Der Umgang mit der Frauen, kann den Leser zur Weißglut treiben. Mit dem Beginn des Ersten Weltkriegs verschärft sich die Situation zusätzlich. Die Dorfgemeinschaft zerbricht zunehmend unter politischem Druck und wachsendem Misstrauen. Viele Männer ziehen in den Krieg, und die Zurückgebliebenen kämpfen mit Verlust, Angst und Unsicherheit. Kritisch fällt vor allem die Sprache ins Gewicht: Sie orientiert sich zwar erkennbar am historischen Setting und trägt zur Authentizität bei, wirkt jedoch häufig schwerfällig, stellenweise sogar unnötig umständlich. Dadurch gerät der Lesefluss ins Stocken, und emotionale Momente verlieren an Direktheit. Auch die dramatischen Entwicklungen der Handlung fügen sich zwar logisch in das historische Umfeld ein, bleiben in ihrer Ausgestaltung jedoch weitgehend vorhersehbar. Die Autorin bewegt sich hier stark innerhalb bekannter Muster, ohne dem Genre spürbar neue Impulse zu geben. Insgesamt fehlt es dem Roman dadurch an nachhaltiger Eigenständigkeit – er ist solide erzählt, hinterlässt aber keinen bleibenden Eindruck. Insgesamt ist „Der Fährmann“ ein intensiver, vielschichtiger Roman, der persönliche Schicksale mit historischen Umbrüchen verknüpft. Die Geschichte wirkt in einzelnen Momenten eindringlich und atmosphärisch dicht, erreicht jedoch nicht durchgehend die Tiefe oder Originalität, die ihn langfristig im Gedächtnis verankern würde.
Das war eine emotionale Geschichte Anfang des 20.Jahrhunderts wo 4 junge Menschen zusammen erwachsen werden.Jeder trägt sein eigenes Schicksal mit Liebe,Hass und Familientradition.Vorallem aber,dass in dieser Zeit Frauen als schwach und Männer als stark dargestellt wurden. Mich hat dieses Buch wieder einmal sehr berührt.
Ein sprachlicher und inhaltlicher Donnerschlag, der mich noch immer festhält Ich schreibe diese Rezension drei Wochen nach Ende der Lektüre und mein Körper reagiert beim Hineindenken direkt wieder intensiv auf die Geschichte. Mit historischen Romanen hab ich sprachlich oft meine Schwierigkeiten, aber Regina Denk ist nun schon wiederholt so positiv besprochen worden, dass ich ihrem neuen Werk gern eine Chance geben wollte. Und diese hätte gar nicht besser genutzt werden können! Denk beherrscht ihr Handwerk auf schlicht bemerkenswerte Weise. Sie schafft sprachlich eine dichte Atmosphäre, der sich ihre Leser*innen unmöglich entziehen können. Dabei trifft sie nicht nur den Ton dieser Zeit mit bewundernswerter Präzision, sondern transportiert auch zwischen den Zeilen eine Fülle an Details und Emotionen. Die Geschichte ist dabei alles andere als leicht und in ihrer Danksagung bzw. auf Social Media erklärt Denk auch, warum sie sich für diese in jedem Sinne gewaltige Erzählung entschieden hat. Ich habe übrigens erst nach dem Lesen erfahren, dass sie mit dem Titel in Kontrast zum Inhalt (der sich weniger um Männer als um die Frauen dreht) auch schon eine politische Botschaft vermitteln will. Denn wem wird am ehesten eine Heldenrolle zugeschrieben, unabhängig von der tatsächlichen Leistung? Und das führt sie makellos auf 380 Seiten fort. Sie bleibt als Autorin zwar im Hintergrund, aber ich habe immer wieder ein gutes Gefühl dafür bekommen, was ihre Meinung zu Dingen wie Krieg, Militärdienst, Nationalismus und patriarchale Prägung ist. Diesen Bogen so elegant zu schlagen zwischen einer historischen Geschichte und allem, was heute in ähnlicher Weise wieder oder immer noch Relevanz hat, zeugt von purem Talent. Die Handlung ist spannend gestrickt und wechselt in gutem Tempo zwischen den vier Figuren mit einem starken Fokus auf die Frauen der Geschichte. Ihre Resilienz, Solidarität und Beständigkeit haben mir viel abverlangt - vor allem aber die Gewalt, die sie erfahren. Und das ist für mich wirklich der einzige Grund, aus dem ich nicht mit vollen 5 Sternen bewerte. Ich kann total verstehen, warum Regina Denk hier auch explizit geworden ist. Mich hat es aber besonders am Ende schlicht ein wenig überfordert. Die Intensität ist enorm, was allerdings auch dazu führt, dass ich die Geschichte nicht mehr vergessen werde. Deshalb verbleibe ich mit einer unbedingten Empfehlung und dem Hinweis, sich zu wappnen. Diese Autorin hat einen Platz auf allen Bühnen dieser Welt verdient - schaut sie euch an, auch wenn ihr mit historischen Settings wie ich vielleicht gar nicht so viel anfangen könnt.
Großartig geschrieben, grandios gesprochen! Definitiv ein Highlight!