Der Fährmann
von Regina Denk
Der Vorabend des Ersten Weltkriegs, zwei Dörfer, getrennt durch die Salzach und damit durch die Grenze zwischen Deutschland und Österreich. Vier junge Menschen, die hier erwachsen werden. Ihre Schicksale sind fest miteinander verwoben: durch Freundschaft und Liebe, durch Traditionen und Verpflichtungen. Den Leben der Einzelnen steht die große Geschichte gegenüber. Weltpolitische Erschütterungen treffen auf individuelles Aufbegehren, auf Schuld und Gewalt, aber auch auf Zusammenhalt, Selbstlosigkeit und Mitgefühl. Ein Roman, der zeitlos und doch aktueller denn je die Frage stellt, ob der Mensch aus seinen Fehlern lernen kann, und in dem auf jeder Seite eine Warnung aufblitzt: leise, aber unübersehbar.
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Der Fährmann
von Regina Denk
Der Vorabend des Ersten Weltkriegs, zwei Dörfer, getrennt durch die Salzach und damit durch die Grenze zwischen Deutschland und Österreich. Vier junge Menschen, die hier erwachsen werden. Ihre Schicksale sind fest miteinander verwoben: durch Freundschaft und Liebe, durch Traditionen und Verpflichtungen. Den Leben der Einzelnen steht die große Geschichte gegenüber. Weltpolitische Erschütterungen treffen auf individuelles Aufbegehren, auf Schuld und Gewalt, aber auch auf Zusammenhalt, Selbstlosigkeit und Mitgefühl. Ein Roman, der zeitlos und doch aktueller denn je die Frage stellt, ob der Mensch aus seinen Fehlern lernen kann, und in dem auf jeder Seite eine Warnung aufblitzt: leise, aber unübersehbar.
Aktuelle Rezensionen(9)
Ein fantastisches Buch! Anfang des 20. Jahrhunderts – zwei Dörfer an der Österreischisch-Deutschen Grenze, getrennt durch die Salzach.
Dieses Buch hat mich mit seiner Wucht so gepackt.
Das Buch handelt von einer Dreierfreundschaft, die immer wieder auf die Probe gestellt wird. Gleichzeitig geht es um Gewalt und den Alltag um 19Jhdt, wo Frauen sich einem Mann fügen müssen. Es ist zunächst ein leises Buch, das immer lauter wird. Es ist sehr empfehlenswert.
Das Buch wird im Wechsel aus den Perspektiven der Jugendlichen/jungen Erwachsenen Elisabeth, Annemarie, Hannes und Josef geschrieben. Dadurch kommt man den einzelnen Personen sehr nah und erhält einen intensiven Einblick in ihre Gefühls- und Gedankenwelt. Auch wenn ihre Schicksale sich deutlich voneinander unterscheiden, ist ihnen doch gemein, dass sie keine Kontrolle über ihr Leben haben. Ihr Weg ist vorgezeichnet, ob sie heiraten dürfen, wen sie heiraten müssen, welche Rolle sie im Leben zu übernehmen haben. Zentrale Themen des Buches sind neben der fehlenden Kontrolle über das eigene Leben auch häusliche Gewalt, als normal angesehene sexuelle Belästigung und das Wegschauen der Gesellschaft, die die Opfer schutzlos zurücklässt. Aber auch bei den Tätern und den Mitmenschen, die wegsehen, ohne zu helfen, habe ich mich gefragt, ob sie überhaupt eine Chance hatten, anders zu werden. Auch ihr Leben war von Anfang an vorgezeichnet, die Erziehung durch die eigenen Eltern, aber auch durch das soziale Umfeld zielte auf Anpassung ab. In der zweiten Hälfte des Buches spitzt sich die Situation durch den Ersten Weltkrieg noch zu. Der Schreibstil der Autorin beeindruckt mich durch die bildhafte und kraftvolle Sprache. Man fühlt sich den einzelnen Figuren tief verbunden und die Autorin zwingt die Lesenden, genau hinzusehen und die Menschen wirklich zu verstehen. Gleichzeitig gelingt es ihr, mit wenigen Worten eine Szene so lebendig zu schildern, dass sie vor dem inneren Auge Gestalt annimmt. Und dann gibt es die kursiv gedruckten Kapitel, die mit Anderswo überschrieben sind und in denen der Fluss im Mittelpunkt steht, der eine Bedrohung sein kann, der Menschen das Leben kostet, der aber auch der Ort sein kann, an dem man zusammen ist, an den man sich zurückzieht und in dem man schließlich zur Ruhe findet. Der Fährmann ist mein erster Roman von Regina Denk, aber ich werde sicher zeitnah auch zu ihrem ersten Roman Der Schwarzgeher greifen (ebenfalls erschienen bei Droemer-Knaur). Eine unbedingte Leseempfehlung.
Regina Denks „Der Fährmann“ ist ein düsteres, emotionales und historisch tief verwurzeltes Familiendrama, das an der deutsch-österreichischen Grenze entlang der Salzach spielt. Es erzählt die Geschichte von vier jungen Menschen, die in einem Strudel aus Liebe, Zwang, Gewalt und Schuld gefangen sind. Ein junger Mann, der nie Fährmann werden wollte, und eine Frau, der die Ehe mit dem Falschen aufgezwungen wird – in einem Dorf, das von Armut, Tradition und Schweigen zusammengehalten wird, bis alles zerbricht. Hannes liebt Elisabeth, doch ihr Leben wird von anderen bestimmt. Sie findet sich in einer Ehe voller Härte und Gewalt wieder, während Hannes an das Amt gebunden ist, das ihm jede Zukunft nimmt. Zwischen ihnen fließt die Salzach – und ein Schicksal, das sich nicht aufhalten lässt. Mit dem Ausbruch des Krieges und dem Verschwinden eines Kindes gerät die Welt ins Wanken. Liebe verwandelt sich in Schuld, Hoffnung in Schmerz, und jeder trägt eine Last, die zu schwer ist für ein einziges Leben. Ein Roman wie ein dunkler Fluss: kalt, schön, unerbittlich.