4.0

Der Anfang von morgen

von Jens Liljestrand

Format:Hardcover

"Wir stehen an der Schwelle zu etwas, was die Menschheit noch nie erlebt hat.« »Warum fühlt sich dann alles so verdammt vertraut an?«Eine Hitzefront liegt über Europa. Waldbrände geraten außer Kontrolle. Menschen fliehen in Notunterkünfte. Durch die Städte ziehen Demonstrierende. Doch in all dem Chaos geht auch das normale Leben von Didrik, Melissa, André und Vilja weiter. Gegenwärtig wie nie erzählt Jens Liljestrand eine mitreißende Geschichte zur drängenden Frage unserer Zeit: Wie können wir die Welt bewahren und zusammen weiterleben?

Literary & Contemporary Fiction
Hardcover
Erschienen an: July 27, 2022

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4.0(7 ratings)
ArminRezension von Armin

„Man kann argumentieren, dass Kinder für das Überleben der Menschheit gebraucht werden, aber der Planet ist bereits überbevölkert und es herrscht kein Mangel an Kindern, die man adoptieren, pflegen oder als Gesellschaft haben könnte, wenn man das Bedürfnis verspürt.“   Alles scheint außer Kontrolle zu sein: die Temperaturen steigen über 40 Grad, selbst an bescheidenen Orten wüten die Waldbrände und Dörfer werden evakuiert. Didrik steht vor vielen Entscheidungen, die durch die Klimakrise ausgelöst worden sind. Er flüchtet mit seiner Familie und begibt sich auf einer Flucht. Die vielen Gefahren und schwere Folgen werden zu einer existenziellen Bedrohung für ihn als auch für die Familie. Melissa ist auf Social Media aktiv und muss die Tatsachen ins Auge sehen, dass sie sich hinter einem Display nicht mehr verstecken kann. Andrés Wut wächst und Vilja ist die jüngste der vier Protagonist_innen und erkennt scheinbar Potenzial in ihrer sozialen Ader.   Beeindruckend beschreibt der Autor Jens Liljestrand einen Zustand, der wie ein Spiegelbild unserer Gegenwart scheint. Es geht um die Folgen der Klimakrise und ob wir je eine Chance haben, die Welt zu retten. Es geht um das Mensch-Sein und alles drum herum. Während Didrik und seine Familie sich mit anderen Klimageflüchtete verbünden, stellt Melissa im Roman unsere Social Media Welt dar. Denn sie hat doch einen großen Einfluss auf einer virtuellen Community. Melissa will mit ihrer Reichweite die Menschen ermutigen, so sein zu wollen, wie sie es gerne hätten und sich dafür nicht schämen zu müssen ein Mensch zu sein. Doch lange kann sie nicht auf das Geschehen der Klimakrise wegschauen. Während die Wohnung eines ehemaligen bekannten Tennisspielers unter der Obhut von Melissa ist, hat dessen Sohn André viel mit dem Vater zu kämpfen. Da bleibt noch Vilja, Didriks Tochter, die den letzten Teil des Romanes umrahmt. Sie merkt schnell, dass sie sich gerne sozial engagiert und verschwindet plötzlich, weil sie denkt die Welt retten zu können.   Meine Vermutung, dass der Autor über eine unreflektierende Gesellschaft schreibt, trifft vollkommen zu. Auch wenn viel Potenzial die vier Figuren gehabt haben, hat der Journalist ein Werk geschafft, der die Ereignisse gut und detailreich schildert. Manchmal zu detailliert, so dass plötzlich Nebensächliches mehr Aufmerksamkeit bekommt. Wahrscheinlich bildet Jens damit ab, was Menschen in Notsituation fähig sind zu tun. Es zeigt, vor allem aber wie wenig uns das Leben anderer liegen. Auch wenn fast alle Figuren was unsympathisches haben und manche Situationen überspitzt beschrieben sind, fand ich die Lektüre auch vom Schreibstil gut.   „Wir zerstören nicht den Planeten. Wir zerstören nur unsere eigenen Möglichkeiten auf ihn zu leben.“

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