4.0

Das Wesen des Lebens

von Iida Turpeinen

Format:Hardcover

Drei Jahrhunderte, ein mächtiges, friedliebendes Geschöpf und die Lebenswege der Menschen, die von ihm angezogen sind. Iida Turpeinen erzählt ausgehend von der ausgestorbenen Stellerschen Seekuh von obsessiven Sammlern und rastlosen Wissenschaftlern, von begeisterten Naturschützern und den Frauen, die an Naturerforschungen immer schon beteiligt waren. Es ist eine große Geschichte davon, wie wir Menschen vom unbedingten Begehren nach Erkenntnis angetrieben werden – und wie wir dafür die unwiderrufliche Zerstörung der Natur in Kauf nehmen. Ob auf Großer Nordischer Expedition in der Beringsee im 18. Jahrhundert, 100 Jahre später in der russisch-amerikanischen Kompanie in Nowo-Archangelsk in Alaska oder Mitte des 20. Jahrhunderts auf den Vogelinseln vor Helsinki: Mit ihrer berührenden Erzählkunst lässt uns Turpeinen unsere Welt mit neuen Augen sehen und verstehen, wie alles mit allem verbunden ist. 

Literary & Contemporary Fiction
Hardcover
Erschienen an: August 28, 2024

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Aktuelle Rezensionen(3)

4.0(20 ratings)
Katja_H_PunktRezension von Katja_H_Punkt

Wir schreiben das Jahr 1741: Im Rahmen einer Expedition strandet ein Schiff mit dem Forscher Steller an Bord auf einer mit Füchsen, Ottern und Seekühen bevölkerten Insel im Beringmeer. 27 Jahre später ist die Stellersche Seekuh ausgestorben. Sie ist eine der ersten Arten, die aller Wahrscheinlichkeit nach dem Menschen zum Opfer gefallen ist. -------- Das Buch verfolgt die spannende Geschichte der Stellerschen Seekuh von ihrer zufälligen Entdeckung über ihr schnelles Aussterben bis hin zu ihrem Nachleben als fast schon mythisches Wesen und Sammlerobjekt. Ich weiß gar nicht mehr so richtig, warum ich in der Buchhandlung zu diesem Buch gegriffen habe, aber ich bin froh, dass ich es getan habe. Es gelingt der Autorin, die Geschichte der Seekuh und vieler Männer und Frauen (ja, Frauen!), die mit ihr zu tun hatten, auf spannende, informative und ruhige Weise nachzuerzählen. Dabei lernen wir viel über Seefahrer, Sammler, Wissenschaftler:innen, Restaurator:innen, Zeichner:inner, die Seekuh selbst und viele weitere ausgestorbene Arten. Ich hätte nicht gedacht, dass sich dieses Buch so schnell wegliest, aber irgendwie war ich total gefangen von der Geschichte. Da wir schon im Oktober sind, ist ihm vermutlich auch ein Platz in meinen Jahres-Top10 sicher. --------- Fun Fact am Rande: Steller kommt aus Bad Windsheim, einer von mir nicht allzuweit entfernten Stadt, wo man ihm und seiner Seekuh mit einer Statue Tribut gezollt hat. Muss da demnächst hin.

Diana MichaelisRezension von Diana Michaelis

<blockquote>So hat Gott es bezweckt, er hat die Welt und ihre Wesen geschaffen, damit der Mensch über sie herrscht. Das Tier erfüllt seinen Zweck am besten, indem es dem Menschen nützlich ist, [...]</blockquote> "Das Wesen des Lebens" ist ein erstaunlich spannendes und interessantes Buch über die Entwicklung der Sichtweise des Menschens auf die Natur und auch dessen Einfluss darauf. Als Paradebeispiel dient hierbei die stellersche Seekuh, die erst wenige Jahre nach ihrer Entdeckung bereits bis zur Ausrottung gejagt wurde. Dabei begleitet der Leser die verschiedensten Menschen vom Zeitpunkt der Entdeckung der Seekuh bis hin ins Jahr 2023. Alle hatten etwas mit der oben erwähnten Seekuh zu tun. Ich fand gerade die historischen Ereignisse in diesem Buch sehr erschreckend. Bisher habe ich mir nie darüber Gedanken gemacht, wie die Menschen von vor 300 Jahren Artensterben oder die gezielte Auslöschung von Tieren aufgenommen haben. Oder wie sie noch nie gesichtete Tiere anhand von Knochenfunden begründet haben. Die Ignoranz bzw. wohl eher das mangelnde Wissen (man wusste es halt nicht besser) war für mich sehr augenöffnend. Erkenntnisse in der Wissenschaft haben sehr oft mit Verlusten in der realen Welt zu tun. Was ausgestopft in einer Vitrine steht, trägt dazu bei eine Art zu dezimieren. Aber gleichzeitig lernen wir als Mensch viel mehr über dieses Lebewesen, wenn es tot. Vor allem wenn dieses Wissen noch weiter gegeben werden soll. Die Autorin fasst dieses Dilemma zwischen Moral, Unwissenheit und der Rechtfertigung, dass es sich ja um einen wissenschaftlich Grund zur Tötung eines Tieres handelt, wirklich sehr anschaulich zusammen. Auch die Charaktere die sie anhand ihrer Erzählungen wieder zum Leben erweckt, sind für den Leser sehr greifbar und auch authentisch. Sehr oft habe ich sogar an vielen Stellen im Buch mein Handy gezückt und die historischen Ereignisse zusätzlich gegoogelt, um mir im Detail die Wikipedia Einträge durchzulesen. Gerade bei den aufgezählten verstorbenen Tierarten kommen sehr interessante Details zum Vorschein. Das Buch ist eine klare Empfehlung von mir an diejenigen, die sich für Lebewesen, Natur und die Rolle des Menschen darin interessieren. <blockquote>Was einmal tot war, bekommt man nicht wieder, [...]</blockquote>

lenalovesbooksRezension von lenalovesbooks

Ein berührender Roman über das Artensterben! "Das Wesen des Lebens" ist ein Debütroman von Iida Turpeinen, der in Finnland ein großer Erfolg wurde. Das Cover der deutschen Ausgabe gefällt mir sehr. Es zeigt die Stellersche Seekuh und andere Zeichnungen, die zu Expeditionen passen. Ich kannte die Stellersche Seekuh und ihr Schicksal nicht und war sehr gespannt auf das Buch. Ich liebe Romane, die sich mit Themen wie Natur, Tiere, Umwelt etc. beschäftigen. An den Schreibstil musste ich mich erstmal gewöhnen. Es erfolgt ein direkter Einstieg in die Geschichte der einzelnen Personen. Ohne Hintergrundwissen ist man erstmal aufgeschmissen. Meine Neugier ist dadurch aber gewachsen und ich habe sehr viel nebenbei nachgeschlagen. Das erste lange Kapitel geht um die Expedition von Bering und dem Naturforscher Steller. Es ist sehr spannend und detailreich dargestellt. Ich hatte das Gefühl, dabei zu sein. Hier erfährt man, wie die Seekuh gefunden wurde und wie schrecklich schon damals der Umgang mit den Tieren war. Das zweite Kapitel war mir zu lang. Es handelt von einem Gouverneur auf Alaska. Aber viel mehr geht es um seine Frau, die das Leben dort zu eintönig findet. Ich habe nicht verstanden, wieso so viel über sie geschrieben wurde und welchen Zusammenhang sie mit den Seekühen hatte. Zum Schluss werden noch andere Naturforscher etc. beschrieben, die z.B. Kontakt mit dem Skelett der Seekuh zu tun hatten. Dieses Kapitel war sehr spannend. Hier wurde nochmals deutlich, dass die Menschen schon immer durch ihr Verhalten an Artensterben beteiligt waren. Das hat mich sehr berührt und traurig gemacht. Ich wusste z.B. nicht, dass so viele Vogeleier damals gesammelt wurden. Einzelne Sammlungen hatten ca. 50000 Eier und das nur, weil Menschen davon fasziniert waren. Fazit: Ein interessantes und gut recherchiertes Buch über das Artensterben, welches durch Menschen verursacht wurde. Durch die Umsetzung eines Romans wird das Thema hervorragend vermittelt!

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