Der junge Arzt Norton Perina kehrt mit einer unfassbaren Entdeckung von der Insel Ivu’ivu zurück: Hat er wirklich ein Mittel gegen die Sterblichkeit gefunden? Eine uralte Schildkrötenart soll die Formel des ewigen Lebens bergen. So kometenhaft er damit zur Spitze der Wissenschaft aufsteigt, so rasant vollzieht sich die Kolonisierung und Zerstörung der Insel. Mit gnadenloser Verführungskraft zieht Hanya Yanagihara uns hinein in den Forscherrausch im Urwald und lässt uns auch dann nicht entkommen, als Perina dort eine weitere Entdeckung macht: seine fatale Liebe zu Kindern. Wie betrachten wir eine Lebensleistung, wenn sich das Genie als Monster entpuppt? Ein brillant geschriebener, gefährlicher Dschungel von einem Roman.
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Das Volk der Bäume
von Hanya Yanagihara, Stephan Kleiner
Der junge Arzt Norton Perina kehrt mit einer unfassbaren Entdeckung von der Insel Ivu’ivu zurück: Hat er wirklich ein Mittel gegen die Sterblichkeit gefunden? Eine uralte Schildkrötenart soll die Formel des ewigen Lebens bergen. So kometenhaft er damit zur Spitze der Wissenschaft aufsteigt, so rasant vollzieht sich die Kolonisierung und Zerstörung der Insel. Mit gnadenloser Verführungskraft zieht Hanya Yanagihara uns hinein in den Forscherrausch im Urwald und lässt uns auch dann nicht entkommen, als Perina dort eine weitere Entdeckung macht: seine fatale Liebe zu Kindern. Wie betrachten wir eine Lebensleistung, wenn sich das Genie als Monster entpuppt? Ein brillant geschriebener, gefährlicher Dschungel von einem Roman.
Aktuelle Rezensionen(8)
Dieses Buch hat mich herausgefordert, fasziniert und gleichzeitig tief verstört zurückgelassen. Der Einstieg war für mich alles andere als leicht: Nach viel Fantasy musste ich mich erst an den nüchternen, fast dokumentarischen Stil gewöhnen. Besonders die langen, fiktiven Fußnoten haben meinen Lesefluss immer wieder unterbrochen und den Anfang spürbar zäh gemacht. Doch je weiter ich gelesen habe, desto stärker hat mich die Geschichte in ihren Bann gezogen. Im Zentrum steht ein hochintelligenter, aber zutiefst unsympathischer Protagonist, dessen wissenschaftlicher Ehrgeiz ihn antreibt – und dabei moralische Grenzen immer weiter verschwimmen lässt. Genau das macht dieses Buch so eindringlich: Es zwingt einen, hinzusehen, auch wenn es unangenehm wird. Besonders intensiv war für mich die moralische Ebene. Immer wieder stellt sich die Frage, ob große wissenschaftliche Leistungen losgelöst vom Charakter eines Menschen betrachtet werden können. Darf man Bewunderung empfinden, wenn die gleiche Person gleichzeitig rücksichtslos, überheblich und ethisch fragwürdig handelt? Und wie viel Verantwortung trägt Forschung, wenn ihre Folgen andere Lebenswelten zerstören? Ich habe mich beim Lesen oft hin- und hergerissen gefühlt zwischen Faszination und wachsender Abscheu – und genau diese Ambivalenz macht das Buch so stark. Es lässt einen nicht einfach konsumieren, sondern zwingt zur Auseinandersetzung mit Macht, Verantwortung und moralischen Grenzen. Trotz der Längen und der für mich störenden Fußnoten ist es ein düsteres, intensives und literarisch beeindruckendes Debüt, das lange nachwirkt. Keine leichte Kost – aber eine, die sich lohnt.
Es war interessant zu sehen, wo sich das Buch hinentwickelt hat. In den ersten zwei Dritteln ging es nur um Nortons Karriere, das Erforschen der Insel und dann schließlich um das Forschen an dem dort entdeckten ewigen Leben. In diesem Teil wurde wenig über sein Privatleben geredet, das Einzige, das hin und wieder erwähnt wurde, war Nortons Zwillingsbruder Owen, deren Verhältnis ich durchaus faszinierend fand. Im letzen Drittel der Geschichte ging es dann allerdings auschließlich um das Privatleben des Wissenschaftlers, und seine Forschungen sind so weit in den Hintergrund gerückt, dass man nur noch in einigen wenigen Nebensätzend daran erinnert wurde, dass Norton neben einem 43-fachen Vater auch Wissenschaftler ist. Die Art und Weis, wie Unsterberlichkeit erlangt werden kann, ist eine äußerst kreative Idee der Autorin und leider muss man sagen, dass die Menschen wohl dasselbe mit der Insel angestellt hätten wie in dem Buch. Da man aber durch Nortons Erzählung mit auf die unerforschte Insel genommen wurde und daher wusste, wie sie und das Leben dort aussah, bevor das Etwas entdeckt wurde, das die Menschen mehr als alles Andere wollen, tat es umso mehr weh zu sehen, was mit der Insel passiert ist. Sehr eindringlich fand ich diesbezüglich die seitenlangen Fragen, die Norton an sich selbst stellte, in dem Versuch, wiederzugeben und zu verstehen, was mit der Insel geschehen ist und inwiefern er daran Schuld trägt. Diese Geschichte ist keine, die sich schnell entwickelt oder von Anfang an fesselnd war, aber dadurch dass die Sprache wunderschön ist, war ich immer gut unterhalten, auch wenn ich manchmal den Eindruck hatte, dass etwas viel geschwafelt wird. Mich hat das allerdings nicht weiter gestört, da ich glaube, dass die Autorin so wiederspiegeln wollte, wie es in Norton aussieht. Was dem Buch das finale Etwas gegeben hat, - neben der Tatsache dass der Höhepunkt erst auf der vorletzen Seite war - ist, dass ich die Verhaltensmuster der Charaktere nie wirklich durchdringen und dementsprechend nachvollziehen konnte. An den wichtigen Stellen hätte ich gerne gewusst, wieso sie auf diese oder jene Weise gehandelt haben, aber der Fakt, dass ich es eben nicht verstehe, gibt mir als Leser den Freiraum, meine eigenen Schlüsse zu ziehen. Alles in allem ist das Buch durch die Entwicklung der Geschichte und die Art und Weise, wie diese erzählt wurde, einzigartig, ich muss aber fairerweise sagen, dass mir die Erzählung trotz der schönen Sprache nicht lebhaft genug war, auch wenn das vermutlich einfach Nortons Art ist.
The old trick: describing perversion and racism, misanthropy and pornographic transgressions, and getting it published under the pretext that it’s literature. One might wonder whether the author enjoys describing this kind of content, claiming it’s literature simply because she’s capable of using literary language. She’s already done that in A Little Life, but this time it’s unbearable.
Ich hatte mir von der Inhaltsbeschreibung irgendwie was anderes versprochen. Meine Erwartungen wurden leider nicht erfüllt. Ich fand es etwas schwerfällig zu lesen und teilweise auch etwas zu abstrakt.
Das Ende hat mich fertig gemacht