3.9

Das Parfum. Die Geschichte eines Mörders.

von Patrick Süskind

Format:Hardcover

»Von Jean-Baptiste Grenouille, dem finsteren Helden, sei nur verraten, daß er 1738 in Paris, in einer stinkigen Fischbude, geboren wird. Die Ammen, denen das Kerlchen an die Brust gelegt wird, halten es nur ein paar Tage mit ihm aus: Er sei zu gierig, außerdem vom Teufel besessen, wofür es untrügliche Indizien gebe: den fehlenden Duft, den unverwechselbaren Geruch, den Säuglinge auszuströmen pflegen.«

Literary & Contemporary Fiction
Hardcover
Erschienen an: 2002-06-01

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Aktuelle Rezensionen(70)

3.9(701 ratings)
Sandra Rezension von Sandra

Ich habe es mit 12 gelesen und es hat mir eine neue Welt eröffnet, eine Welt der Geschichten, die ich immerfort, grenzenlos bereisen konnte.

BuchsuchtRezension von Buchsucht

Wenn Sprache zur Sinneserfahrung wird Paris, 1738. Auf dem stinkenden Friedhof des Cimetière des Innocents wird Jean-Baptiste Grenouille geboren – ein Mensch, der selbst keinen Eigengeruch besitzt, aber mit einer übermenschlichen Nase ausgestattet ist. Er kann jeden Geruch der Welt erkennen, analysieren und nachstellen. Was nach einem absonderlichen Talent klingt, wird zu Grenouilles Obsession: Er will den vollkommensten Duft der Welt schaffen. Doch dieser Duft existiert nur in den Körpern junger, unschuldiger Frauen. Grenouilles Suche nach dem ultimativen Parfum führt ihn durch das Frankreich des 18. Jahrhunderts – vom Schlachtviertel von Paris über die Lavendelfelder der Provence bis nach Grasse, der Hauptstadt der Parfümerie. Und sie macht ihn zu einem der ungewöhnlichsten Mörder, die die deutsche Literatur je hervorgebracht hat. Süskinds Sprache ist das Herzstück dieses Buches. Er schreibt mit einer Bildgewalt, die ihresgleichen sucht, und schafft das fast Unmögliche: Er macht Gerüche lesbar. Seine Beschreibungen des Pariser Schlachtviertels von 1738 sind so dicht und so körperlich, dass man beim Lesen tatsächlich zurückzuckt. Wenn er die Mischung aus Mist, verbranntem Horn, Pferdeschweiß und ranzigem Fett auf den Markt bringt, riecht man es auf der Seite. Diese sprachliche Meisterschaft ist es, die das Buch in den Rang eines Klassikers gehoben hat. Süskind beherrscht den literarisch-historischen Ton ebenso wie ironische Distanz – sein Erzähler kommentiert das Geschehen mit einer leicht süffisanten Allwissenheit, die an die großen Romane des 18. Jahrhunderts erinnert und dem düsteren Stoff einen besonderen Reiz verleiht. Grenouille ist eine der faszinierendsten Figuren der deutschen Nachkriegsliteratur. Süskind erzählt seine Geschichte ohne moralische Zeigefinger, fast distanziert, und genau das macht die Figur so beklemmend. Grenouille ist kein Bösewicht im klassischen Sinne. Er ist ein Außenseiter, ein Genie, ein Monster und ein Opfer zugleich. Was mich besonders gepackt hat: Süskind macht keine Anstalten, uns Sympathie für Grenouille aufzudrängen. Er beschreibt ihn so, wie er ist – körperlich abstoßend, sozial inkompatibel, emotional leer. Trotzdem entwickelt man beim Lesen eine seltsame Faszination für diese Figur. Das ist erzählerisches Können auf höchstem Niveau. Süskind hat akribisch recherchiert. Das Frankreich des 18. Jahrhunderts mit seinen Gerüchen, Berufen, sozialen Hierarchien und Lebenswelten entsteht so plastisch, dass man beim Lesen das Gefühl hat, durch die Gassen zu wandern. Das Gerberviertel mit seinen ätzenden Lohebrunnen, die Parfümerie-Werkstatt von Baldini, die Lavendel-Destillationen in Grasse – jeder Schauplatz ist sinnlich erfahrbar. Besonders gelungen: das technische Wissen über Parfümerie. Süskind erklärt das Mazerieren, die Enfleurage, die Destillation, ohne dass es belehrend wird. Wer das Buch gelesen hat, hat nebenbei einen kleinen Crashkurs in historischer Parfümerie absolviert. Das ist Recherche, die im Erzählfluss aufgeht, statt ihn zu bremsen. Hier liegt für mich der einzige nennenswerte Schwachpunkt: das Pacing. Das Buch ist in vier Teile gegliedert, und der dritte Teil – Grenouilles siebenjähriger Aufenthalt in einer Berghöhle – zieht sich. Süskind nutzt diese Phase für tiefgehende psychologische und fast schon mystische Passagen, die einigen Leser:innen sicher gefallen, mich aber stellenweise aus dem Erzählfluss gerissen haben. Das Finale in Grasse mit dem berühmten Schlussbild ist dann allerdings absolut grandios. Eine der schockierendsten und gleichzeitig poetischsten Szenen, die ich in der deutschen Literatur gelesen habe. Wer durch die Längen kommt, wird mit einem der stärksten Romanenden überhaupt belohnt. Tom Tykwer hat 2006 mit Ben Whishaw als Grenouille eine erstaunlich gelungene Verfilmung abgeliefert – und ich finde, sie ist eine ehrliche Empfehlung. Whishaw verkörpert den Außenseiter Grenouille mit einer Mischung aus Verletzlichkeit und Verstörung, die der Romanvorlage erstaunlich gerecht wird. Die Bildsprache des Films, die Atmosphäre der Pariser Gassen, die Schlussszene in Grasse – Tykwer hat geschafft, was als unverfilmbar galt. Trotzdem fehlt dem Film das, was das Buch unverzichtbar macht: Süskinds Sprache. Der Erzählerkommentar, die ironische Distanz, die feine sprachliche Bildhaftigkeit – das alles bleibt im Roman einzigartig. Wer den Film gesehen hat und denkt, er kennt die Geschichte, kennt eigentlich nur die Hälfte. Klare Empfehlung: Buch lesen, dann nochmal Film schauen. Mein Fazit: „Das Parfum“ ist zu Recht ein Klassiker. Patrick Süskind beherrscht das, was nur ganz wenige deutsche Autoren der Gegenwart auf diesem Niveau können: Er macht Sprache zur Sinneserfahrung. Wer Literatur liebt, sollte dieses Buch mindestens einmal im Leben gelesen haben, allein wegen der Sprachgewalt. Ein Stern Abzug für die Längen im dritten Teil und den manchmal zu distanzierten Ton. Ansonsten klare Empfehlung für ein Buch, das selbst nach 40 Jahren nichts von seiner Wirkung verloren hat. Empfehlenswert für alle, die anspruchsvolle Literatur mit historischer Tiefe lieben. Für Fans von atmosphärischen Romanen wie „Der Name der Rose“ von Umberto Eco oder „Schlafes Bruder“ von Robert Schneider. Auch ein perfektes Geschenk für Literaturfans und ein guter Einstieg in die deutsche Gegenwartsliteratur. Wer den Film mochte, sollte das Buch unbedingt lesen. Eher nichts für Leser:innen, die schnell konsumierbare Unterhaltung suchen, mit moralisch ambivalenten und distanziert erzählten Figuren nichts anfangen können oder bei detaillierten Beschreibungen von Tod, Leichen und körperlichem Verfall empfindlich reagieren.

MelissaRezension von Melissa

Richtig düster und krank. Es lässt einen einfach nicht los. Auch wenn nicht jeder das Buch lieben wird, sollte es jeder mal lesen.

JuliaRezension von Julia

Düster, außergewöhnlich und literarisch beeindruckend. Das Parfum erzählt die verstörende Geschichte eines Mannes, der um jeden Preis dazugehören will. Teilweise zäh zu lesen, aber mit einem absolut wilden Ende.

fenja 🦉Rezension von fenja 🦉

was war das für ein ende 😧

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