3.6

Das gelbe Haus

von Mieko Kawakami, Katja Busson

Format:Hardcover
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Die siebzehnjährige Hana träumt von einer besseren Zukunft für sich und ihre Mutter, doch das Leben meint es nicht gut mit ihr. Es ist kurz vor der Jahrtausendwende, und in Japan ist die Wirtschaft ins Stocken geraten. Als die ältere Kimiko Hana unter ihre Fittiche nimmt, wird sie Teil einer neuen, selbst gewählten Familie: einer bunt zusammengewürfelten Gruppe von jungen Frauen, die am Rande der Gesellschaft leben. Unter der Führung von Kimiko übernehmen sie eine Bar, und zum ersten Mal in ihrem Leben fühlt Hana ein gewisses Maß an Freiheit und Sicherheit. Doch als das Geld zur Neige geht, sieht sie keine Möglichkeit, ihren Lebensunterhalt ehrlich zu verdienen, und so rutscht Hana immer tiefer in eine kriminelle Parallelwelt, aus der es scheinbar kein Zurück mehr gibt. In ihrem neuen Roman erzählt Mieko Kawakami eindringlich von der Hoffnung, die eine Wahlfamilie verspricht, und widmet sich scharfsinnig der Illusion des freien Willens und der Frage nach menschlicher Würde.

Gegenwarts- & Literarische Fiktion
528 SeitenHardcover
Erschienen an: August 12, 2025

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Aktuelle Rezensionen(4)

3.6(17 ratings)
LucaRezension von Luca

Kawakami schafft ganze Realitäten, die man sich durch ihre Beschreibung bildlich vorstellen kann, sodass man sich komplett in die Protagonistin hineinversetzt fühlt. Die Verzweiflung, die Angst und das Sehnen nach dem Gesehen werden. Sehr melancholisch und traurig aber auch sehr echt.

Normalnat Rezension von Normalnat

In meinen Augen, reicht dieser Wälzer nicht ganz an die vorherigen Werke Mieko Kawakamis heran. Sie ist eine Meisterin des Zwischenmenschlichen und Ihre Bücher gleichen Sozialstudien. Dieses Werk lebt durch die Beschreibung der Tokioter Unterwelt und fängt die Armut, sowie die Jugend und der daraus resultierenden Naivität der Protagonistin fantastisch ein. Man will wissen wie es mit Hana und Ihren Freunden "endet". Das Buch hat jedoch auch einige Längen und verliert sich ein wenig in detailgetreuen Beschreibungen.

DenizRezension von Deniz

Das Buch „das gelbe Haus“ hat mir gut gefallen. Man begleitet die etwas undurchsichtige Protagonistin Hanna sehr dicht durch ihr Leben. Sie wächst in prekären Verhältnissen auf und das Thema Armut spielt im Laufe des Buches immer eine große Rolle. Es werden Themen wie das Rotlichtviertel, Wirtschaftskriminalität und die Unterschicht Japans aufgezeigt. Die Autorin deckt mit ihrer Erzählung ein Milieu ab und übt gleichzeitig Gesellschaftskritik. Was mir besonders gut gefallen hat, waren die unterschiedlich gezeichneten Charaktere und auch die undurchsichtige Protagonistin, der man nie so ganz trauen konnte. Auch, dass die Farbe „Gelb“ als Stilmittel immer wieder aufkam, mochte ich sehr. Was mir nicht so gut gefallen hat, ist die repetitive Erzählweise, dadurch hat sich das Buch etwas gezogen. Und ich wusste zwischendurch nicht, wo das Buch mit mir hinwollte. Im Großen und Ganzen mochte ich das Buch aber gerne.

HannaRezension von Hanna

Ein meisterhafter Roman über die Subjektivität von Erinnerung, Manipulation und die Macht von Geld! Der Geschichte beginnt damit, dass die Protagonistin Hana Ito online über die Verhaftung von Kimiko Yoshikawa liest; dieser wird vorgeworfen eine jüngere Frau festgehalten und misshandelt zu haben. Daraufhin wird Hana von den Erinnerungen an ihre Jugend eingeholt, denn sie ist sich sicher, dass es dieselbe Kimiko ist, mit der auch sie vor 20 Jahren zusammengewohnt hat. Es folgt ein Sprung in die Vergangenheit und wir erfahren wie die siebzehnjährige Hana, die in ärmlichen Verhältnissen und von ihrer Mutter vernachlässigt aufgewachsen ist, Kimiko kennenlernt, mit ihr gemeinsam eine Bar eröffnet und zusammenzieht. Gemeinsam mit zwei anderen Mädchen, bilden sie so etwas wie eine Wahlfamilie. Doch schon bald rutscht Hana immer mehr in eine kriminelle Parallelwelt ab … Mehr will ich hier nicht über den Inhalt verraten, denn die Geschichte entfaltet sich langsam, ist zunächst auch sehr repetitiv, entwickelt aber gegen Ende hin so einen Sog, dass ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte. Beim Lesen taucht man komplett in die Gedankenwelt von Hana ab, wird zunehmend eins mit der Figur und kämpft mit den Widersprüchen die immer deutlicher werden … Ein Buch, dass zwar etwas Geduld braucht, sich dann aber sehr lohnt. Besonders gut gefallen hat mir auch die Symbolik der Farbe Gelb, die stets präsent ist und als Stimmungsbarometer der Befindlichkeit dient (auch in der Covergestaltung sehr toll umgesetzt!). Spannend waren auch die Einblicke in in die japanische Kultur (v. a. Rotlichtmilieu und organisierte Kriminalität) und dank der gelungenen Übersetzung von Katja Busson ergänzt durch einen übersichtlichen Glossar, habe ich hier viel dazugelernt. Das Buch ist für mich aber nicht typische Crime Fiction, sondern viel mehr tiefgründige Gesellschaftskritik, da deutlich wird, wie Menschen durch ihre Stellung als soziale Außenseiter in die Kriminalität gedrängt werden. Klare Leseempfehlung!

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