«Crossroads» ist das spirituelle Gegenstück zu «Die Korrekturen». Jonathan Franzen erreicht mit dem als erster Teil einer Trilogie angelegten Familienroman die Spannung, Nuanciertheit und Intensität seines Erfolgsromans – und noch mehr Tiefe (...). Wie schwer sind Gut und Böse zu durchschauen! Genau deshalb braucht es grosse Romane wie diesen.
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Crossroads
von Jonathan Franzen, Bettina Abarbanell
«Crossroads» ist das spirituelle Gegenstück zu «Die Korrekturen». Jonathan Franzen erreicht mit dem als erster Teil einer Trilogie angelegten Familienroman die Spannung, Nuanciertheit und Intensität seines Erfolgsromans – und noch mehr Tiefe (...). Wie schwer sind Gut und Böse zu durchschauen! Genau deshalb braucht es grosse Romane wie diesen.
Aktuelle Rezensionen(4)
Eigentlich keine sensationelle Geschichte, aber Jonathan Franzen lässt den Leser alle Motive und Blickwinkel der Hauptpersonen (eine Pfarrersfamilie) nachvollziehen. Eine Familie, in der es keine Helden gibt und jeder mit unterschiedlichen Problemen zu kämpfen hat.
Sehr gut geschriebenes Buch über die menschliche Natur, die das Gute und das Schlechte in teilweise gleichen Teilen in sich vereint. Greift gesellschaftskritische Themen auf, sehr psychologisch. Hab mich während des Lesens mit dem Buch beschäftigt, mal gelächelt, dann geärgert oder gemerkt, was wir alles auszublenden versuchen. Für mich war es kein Buch für einen entspannten Urlaub, sondern ein Buch, das mich gefordert und gefördert hat. Freue mich auf den zweiten Teil.
Puh! Ich glaube, ich habe lange nicht so LANGE für ein Buch gebraucht. Ja es sind knapp 830 Seiten im Deutschen, aber trotzdem. Woran hat et jelegen? Ich denke das ist einfach kein Buch, das sich gut so extrem „on the side“ lesen lässt, wie ich gezwungen war es zu tun, da mein Juni einfach sehr voll war. Dafür hat es mich abends, immer wenn ich vorm Schlafen gelesen habe, zu müde gemacht. Gleichzeitig, wenn ich dann mal wirklich etwas Zeit hatte, war ich total drin. Ich war jetzt aber auch wirklich bereit das Buch zu beenden und eine neue Welt zu betreten. Aber: es ist ein ganz tolles Buch, das viele meiner Boxen abhakt, die mir meist ein gutes Buch versprechen. Daher wollte ich es unbedingt beenden und es ist unbedingt ein vier Sterne Buch für mich. Im Urlaub hätte ich das wahrscheinlich in zwei Tagen inhaliert. Rückblickend war es vielleicht aber sogar gut, dass dieses Buch so viel Zeit bekam und sich richtig entfalten konnte. Ich denke, es wird noch lange in mir nachhallen und es ist ein Buch deren Charaktere so gut gezeichnet sind und mit denen ich nun soviel Zeit verbracht habe, das es fast so ist, als gäbe es sie wirklich in meinem Leben. So war es damals bei „Ein wenig Leben“ auch und es versetzt mich einfach nur in Staunen, wenn Autor:innen zu so etwas in der Lage sind. Es geht um die Hildebrandts, sechs an der Zahl, eine Familie, die in einem Suburb von Chicago in den 70ern lebt. Das Buch wird wechselnd aus der Sicht von fünf von ihnen (der sechste, Judson, ist noch ein Kind) erzählt - genial. Der Plot und die Charaktere sind extrem vielschichtig und dicht, die Sprache Franzens scheint für diese Art Roman perfekt. Er erzählt sehr „charakterbezogen“, gefühlt immer aus der Warte der Introspektion, was durch den Perspektivwechsel der verschiedenen Familienmitglieder überhaupt nicht anstrengend oder Zuviel wird. Generell gefällt mir sehr, wie er schreibt. Dann der Plot: es geht um die „Gegenkultur“ der 70er, Hippies, kiffen, und - vor allem - geht es um Religiosität und die Frage nach Schuld und der eigenen individuellen Freiheit, wenn man doch immer nur ein Teil eines Ganzen ist (Teil einer Gemeinde, Teil einer Familie, Teil einer Ehe, Teil der amerikanischen Bevölkerung…). Ich hab super viel gelernt und mich mit Themen und Gedanken auseinandergesetzt, denen ich wenig bis nie begegne. Genau darum geht es doch (oft) beim Lesen. Das war mein erster Franzen. Das Buch soll Teil eins einer Trilogie über mehrere Generationen sein. Finde ich klasse und freue mich auf Teil zwei.
Leider jetzt schon eine der größten Enttäuschungen meines Lesejahres. Eigentlich hätte ich es lieben müssen, aber 200 Seiten weniger hätten dem Buch leider wirklich nicht geschadet.