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Hedda hat eine Lebenskrise. Ihre Doktorarbeit raubt ihr den letzten Nerv, während sie zum ersten Mal schwanger ist, von ihrem Freund, der ihr eigentlich zu Füßen liegt. Eigentlich - bis doch alles schrecklich schiefgeht. Und dann taucht auch noch ihr Vater wieder auf - Ex-Dotcom-Milliardär, charismatisch, ambitioniert, na ja: größenwahnsinnig und immer gerade so am Rande der Legalität balancierend. In der Folge trifft Hedda eine Reihe semiguter Entscheidungen, denn semigute Entscheidungen liegen nun mal in der Familie, und diese Tradition schreibt sie mustergültig fort. Kann sie sich befreien aus dem selbst herbeigeführten Chaos und den Dynamiken ihres dysfunktionalen Umfelds?

Gegenwarts- & Literarische Fiktion
272 SeitenHardcover
Erschienen an: June 1, 2026

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Aktuelle Rezensionen(3)

3.0(5 ratings)
loly ☁︎Rezension von loly ☁︎

Ich durfte dieses Buch im Rahmen einer Leserunde lesen und muss zugeben, dass es mir die ganze Zeit über schwergefallen ist, meine Erwartungen an das Buch zu formulieren. Der bildhafte Schreibstil hat mir gut gefallen und zeugt von einer gewissen Liebe zum Detail. Ich könnte mir vorstellen, dass diese Eigenschaften in der Originalsprache noch ausgeprägter sind. Es hat sich in jedem Fall zügig lesen lassen. Die Handlung setzt sich aus Rückblicken und gegenwärtigen Ereignissen zusammen, was mir prinzipiell gefällt. Es gibt jedoch keine feste Struktur, in der diese auftreten. Dadurch wirkt die Erzählung willkürlich. Hedda wird als Hauptfigur des Buchs ziemlich komplex und unsympathisch dargestellt. Sie hat Schwierigkeiten, Emotionen zu zeigen, wirkt unbeholfen im Umgang mit anderen, hat egoistische Züge und scheint Probleme aufzuschieben. Ihr Verhalten und ihre Entscheidungen standen so gut wie immer im Einklang mit dem, was sie in der Vergangenheit erlebt hat. Das Buch zeigt hervorragend, wie Heranwachsende von ihrem Umfeld beeinflusst und wie sich generationelle Eigenheiten – besonders im psychischen Bereich – weitergegeben werden. Die Familie hat einige Probleme, und jedes Mitglied leidet auf seine Weise darunter. Trotzdem hatte ich das Gefühl, dass die Einblicke in die Dynamiken zwischen den Familienmitgliedern größtenteils zu kurz waren, um wirklich aussagekräftig zu sein. In den größeren Konfliktsituationen des Buches hätte ich mir mehr Reflexion und Entwicklung der Figuren gewünscht. Hedda hat sich über das gesamte Buch hinweg nicht wirklich verändert und sich ihre Fehler am Ende nicht eingestanden. Das fand ich sehr schade, da ich Charakterentwicklungen in Büchern gerne beobachte. Aus diesem Grund hat sich das Buch – neben ein paar weiteren Faktoren – irgendwie unabgeschlossen angefühlt, als wären der Autorin die Seiten ausgegangen oder die Lust an ihrer eigenen Geschichte vergangen. Ein weiteres Problem, das ich mit dem Buch hatte, ist, dass es nichts in mir auslösen konnte, abgesehen von einem Taubheitsgefühl. Während des Lesens konnte ich mich mehrmals mit der Dame auf dem Cover (vermutlich Hedda) identifizieren und habe mich natürlich auch gefragt, ob das das Ziel der Autorin war. Was sie konkret mit dem Buch bewirken oder ansprechen wollte, ist mir ebenfalls unklar, da sie so viele Themen angesprochen, aber nichts wirklich vertieft hat. Sie hat psychische Störungen thematisiert und sie im selben Atemzug von ihren Figuren auf krankhaftes Verhalten reduziert, ohne einen gesunden Umgang als erstrebenswert zu präsentieren. Es wirkt, als könnte Hedda gar nicht anders, als sich ihren psychischen Problemen zu ergeben – wobei ich nicht suggerieren möchte, dass es ein leichter Prozess wäre, sich damit auseinanderzusetzen. „Chaos” ist in jedem Fall ein passender Titel für das Buch. Es erzählt eine Geschichte, auf die man sich bewusst einlassen muss, um zumindest angenehme Lesestunden zu haben. Ich bin unschlüssig, ob ich das Buch weiterempfehlen würde, da ich es definitiv nicht noch einmal lesen möchte.

geppert_Rezension von geppert_

Eine dysfunktionale Familie im stürmischen Chaos zwischen Liebe, Verlust und Selbstzerstörung.

BrittaRezension von Britta

Der Titel „Chaos“ trifft den Roman sehr gut. Schon zu Beginn kam mir die Erzählstruktur äußerst chaotisch vor und mehr als einmal dachte ich, wie passend dieser Titel gewählt ist. Es hat einige Zeit gedauert, bis ich die verschiedenen Erzählebenen richtig erfassen konnte, da die Handlung ohne klare Struktur zwischen Rückblicken und gegenwärtigen Ereignissen wechselt. Möglicherweise ist dieses Stilmittel bewusst eingesetzt worden, um das chaotische Leben der Protagonistin Hedda widerzuspiegeln. Im Mittelpunkt steht die junge Hedda, deren Lebensgeschichte zeigt, wie stark Kindheitserfahrungen das spätere Erwachsenenleben prägen können. Sie wächst in einer wohlhabenden, aber emotional problematischen Familie auf. Geld scheint in ihrer Familie wichtiger zu sein als zwischenmenschliche Werte. Der Besitz einer Privatinsel wird fast selbstverständlich betrachtet. Hedda lernt dadurch kaum, wie man Beziehungen aufbaut oder Empathie entwickelt. Diese Defizite begleiten sie bis ins Erwachsenenalter. Auch ihr späteres Leben verläuft chaotisch. Sie scheitert an ihrer Masterarbeit und eine Fehlgeburt wirft sie völlig aus der Bahn. Ihre finanzielle Probleme zeigen, dass sie, ähnlich wie ihr Vater, keinen gesunden Umgang mit Geld entwickelt hat. Besonders die Darstellung der familiären Prägungen fand ich interessant und nachvollziehbar. Schwieriger fand ich jedoch den Zugang zu den Figuren. Fast alle Charaktere blieben für mich auf Distanz. Hedda selbst wirkte oft emotionslos und wenig empathisch, während ihr Vater mit seinem Größenwahn teilweise geradezu krankhafte Züge zeigt. Lediglich der Großvater brachte etwas Wärme und Menschlichkeit in die Geschichte. Insgesamt bietet Chaos interessante Gedanken über familiäre Prägungen und die Folgen einer dysfunktionalen Kindheit.

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