2.8

CABO DE GATA

von Eugen Ruge

Format:Softcover

Ein Mann lässt alles hinter sich. Mit nicht viel mehr als einer Hängematte und ein paar Schreibheften im Gepäck steigt er in einen Zug Richtung Süden. Der Zufall bringt ihn nach Cabo de Gata, ein Fischerdorf an der Mittelmeerküste. Die Landschaft ist öde, ein kalter Wind weht: kein Ort zum Bleiben. Und doch bleibt er, ein einsamer Gast in der Pension der alten Witwe. Das einzige Wesen, zu dem er Kontakt aufnimmt, ist eine Katze. Und plötzlich glaubt er zu begreifen, dass sie ihm etwas mitteilen will.

Gegenwarts- & Literarische Fiktion
202 SeitenSoftcover
Erschienen an: 2018

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Aktuelle Rezensionen(1)

2.8(4 ratings)
CoraRezension von Cora

Puh... meine Erwartungen wurden enttäuscht. Erwartet hatte ich eine meinetwegen ruhige, aber irgendwie wholesome Story in melancholischem spanischen Setting mit v. a. präsentem Katzencharakter - was mit Blick auf sowohl Cover als auch Titel und Klappentext m. E. n. nicht zu viel verlangt ist. (Seien wir mal ehrlich, deshalb hat mich das Buch überhaupt erst angesprochen.) Bekommen habe ich eine Geschichte - wenn man das bei so wenig tatsächlicher Handlung überhaupt so nennen kann -, bei der "ruhig" noch eine Untertreibung ist, die vor sich hin tröpfelt wie ein kaputter Wasserhahn, wie eben die Leier eines sich selbst bemitleidenden, deutlich zu wichtig nehmenden alten Manns. Dass besagte Katze, auf die ich sehnsüchtig gewartet habe, erst im dritten Teil, um Seite 150 von 200, überhaupt auftritt (und die erste Begegnung mit ihrer Art die mit einer verbrannten ist), hilft hier nicht wirklich weiter. Ich mochte den Schreibstil nicht - zwar ehrlich und authentisch, aber so größenwahnsinnig wichtigtuerisch, dass man es kaum aushält; wenn ich noch einmal "Ich erinnere mich..." lesen muss, raste ich aus. Die Idee, aus der Erinnerung zu erzählen (wenn auch die Geschichte sich gleichermaßen bereits in der Widmung damit rühmt, erfunden zu sein?), ist an sich schon interessant; trotzdem muss das Ganze nicht in jedem dritten Satz erwähnt und genau so eingeleitet werden. Ich mochte den Hauptcharakter und Erzähler nicht, der maximal unsympathisch viel zu viel von sich selbst hält, seinen Mitmenschen nur Frust und Abneigung entgegenbringt und gleichzeitig mit einer Anspruchshaltung durch die Welt geht, die nur darauf wartet, enttäuscht zu werden. Die konstante Bezeichnung der Kellnerin als "die Dickärschige" (da gehen bei mir alle Warnglocken an) ist das beste Beispiel dafür. Ich mochte, wie bereits erwähnt, die zähe Handlung nicht, das späte Eintreffen (und verfrühte Wieder-Vergraultwerden) der Katze, und schon gar nicht das ihrerseits offene und sehr beliebig wirkende Ende, das seine mangelnde Eignung selbst reflektiert (oder zumindest vorgibt zu reflektieren - ein weiterer unnötiger, klugscheißerischer Meta-Kommentar) und dem Leser trotzdem angetan wird. Schade. Insgesamt eine prätentiöse Story mit nicht viel Wirkung außer Wut über den Erzähler und Frustration über die verschwendete Zeit.

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