Empfehlungen basierend auf "Über soziale Arbeitsteilung"

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von Verena Hars

Friedemann Schulz von Thun (*1944) studierte in Hamburg Psychologie, Pädagogik und Philosophie und promovierte bei Reinhard Tausch und Inghard Langer über Verständlichkeit bei der Wissensvermittlung. Nach seiner Habilitation wurde er zum Professor für Pädagogische Psychologie in Hamburg berufen (1976 – 2009). Außerdem konzipierte er Kommunikationstrainings für Lehrer und Führungskräfte, später für Angehörige aller Berufsgruppen (1971 bis heute). Er ist Autor zahlreicher Bücher und Herausgeber der Reihe «Miteinander reden: Praxis» Für weitere Informationen siehe www.schulz-von-thun-institut.de

von Moritz Baßler

EIN LESENSWERTES DEBATTENBUCH ZUR GEGENWARTSLITERATUR Über die Maßstäbe für "gute" Gegenwartsliteratur herrscht große Unsicherheit. Moritz Baßlers Buch analysiert erfolgreiche Erzählliteratur der Zeit und diskutiert den veränderten Status der Literatur in der aktuellen Markt- und Mediengesellschaft. Dabei macht Baßler einen international prägenden Stil des "populären Realismus" aus: Leichte Lesbarkeit und routinierte Plots, aufgeladen mit Zeichen der Bedeutsamkeit, ohne dass die Texte aber tatsächlich Neuland beträten. Umbert Eco nennt dieses Missverhältnis von leichter Form und schwerem Anspruch Midcult. Vielleicht ist dies die unserer Zeit gemäße Erzählliteratur mit eigenen Chancen? Über die Maßstäbe für "gute" Gegenwartsliteratur herrscht große Unsicherheit. Moritz Baßlers Buch analysiert erfolgreiche Erzählliteratur der Zeit und diskutiert den veränderten Status der Literatur in der aktuellen Markt- und Mediengesellschaft. Der Schwerpunkt liegt auf deutschsprachigen Romanen, Seitenblicke werden auf den internationalen Kontext, das erfolgreiche Genre der Fantasy sowie auf die inzwischen dominante Erzählform der Qualitäts-TV-Serie geworfen. Das Verfahren gegenwärtiger Erzählliteratur, so Baßler, ist durchgängig ein "realistisches" - der Lesende befindet sich immer schon in der erzählten Welt, ohne dass die Zeichen des Textes ihn dabei besonders herausforderten. So konnte sich ein International Style ausbilden, dessen Prosa in Verbund mit routinierten Plots eine leichte Lesbarkeit garantiert. Wer noch Literatur liest, hat dabei aber oft den Anspruch, nicht bloß gut unterhalten zu werden, sondern auch an Hochkultur, an Kunst teilzuhaben. Dafür muss der International Style seine Lesbarkeit mit Bedeutsamkeit aufladen, ohne die Lektüre allzu sehr zu erschweren. Umberto Eco nennt dieses Missverhältnis von leichter Form und schwerem Anspruch Midcult. Vielleicht ist dies die unserer Zeit gemäße Erzählliteratur mit eigenen Chancen? Wie kann man eine komplexe Literatur verteidigen, ohne in einen elitären Kulturkonservatismus zu verfallen? Über das Populäre und seine Alternativen Identität oder Ambivalenz?

von Richard Sennett

Im Jahr 2050 werden zwei Drittel aller Menschen in Städten leben – wie können Bewohner mit unterschiedlichen kulturellen und religiösen Hintergründen eine friedliche Koexistenz führen? Richard Sennett stellt die Frage nach der Beziehung zwischen urbanem Planen und konkretem Leben: Wie hat sie sich historisch gewandelt? Wie kann eine offene Stadt aussehen, die geprägt ist von Vielfalt und Veränderung – und in der Bewohner Fähigkeiten zum Umgang mit Unsicherheiten entwickeln? Richard Sennett zeigt, warum wir eine Urbanistik brauchen, die eine enge Zusammenarbeit von Planern und Bewohnern einschließt und voraussetzt – und dass eine Stadt voller Widersprüche urbanes Erleben nicht einengt, sondern bereichert.

von Jan Assmann

Welche Rolle Spielt Erinnerung Bei Der Herausbildung Kultureller Identitäten? Welche Formen Kultureller Erinnerungen Gibt Es, Wie Werden Sie Organisiert, Welchen Wandlungen Sind Sie Unterworfen? Diesen Fragen Geht Jan Assmann, Professor Der Ägyptologie An Der Universität Heidelberg, In Einem Vergleich Von Drei Mittelmeerkulturen Des Altertums - Ägypten, Israel Und Griechenland - Nach. Deutlich Wird, Welche Bedeutung Gerade Die Erfindung Und Der Gebrauch Der Schrift Für Die Entstehung Früher Staaten Haben.

von Dagmar Kumbier, Friedemann Schulz von Thun

Dagmar Kumbier, Jahrgang 1965, Diplom-Psychologin, Psychologische Psychotherapeutin und Geisteswissenschaftlerin (M.A.). Psychotherapeutin und Paarberaterin in eigener Praxis in Hamburg. Langjährige Erfahrung als Trainerin, Ausbilderin in den kommunikationspsychologischen Weiterbildungsreihen. Eigene Weiterbildungen u.a. in Tiefenpsychologisch fundierter Psychotherapie und Paarberatung. Autorin («Sie sagt, er sagt – Kommunikationspsychologie für Partnerschaft, Familie und Beruf») und Herausgeberin («Interkulturelle Kommunikation», «Kommunikationspsychologische Miniaturen 1 – 3», gemeinsam mit F. Schulz von Thun). Weitere Informationen: www.dagmar-kumbier.de. Friedemann Schulz von Thun (*1944) studierte in Hamburg Psychologie, Pädagogik und Philosophie und promovierte bei Reinhard Tausch und Inghard Langer über Verständlichkeit bei der Wissensvermittlung. Nach seiner Habilitation wurde er zum Professor für Pädagogische Psychologie in Hamburg berufen (1976 – 2009). Außerdem konzipierte er Kommunikationstrainings für Lehrer und Führungskräfte, später für Angehörige aller Berufsgruppen (1971 bis heute). Er ist Autor zahlreicher Bücher und Herausgeber der Reihe «Miteinander reden: Praxis» Für weitere Informationen siehe www.schulz-von-thun-institut.de

von Dieter Lamping, Simone Frieling

Was ich über die Weltgeschichte wissen darf... und kann: Herausgeber und Autor der Einführungen in die Kapitel ist Professor für Alte Geschichte an der Universität München. Die Beiträge stammen von verschiedenen Historikern. Die kurzen Aufsätze von je zwei Seiten sind gut verständlich, überblickbar und berücksichtigen Geschichte von der Steinzeit bis in die Gegenwart weltweit. Sie zoomen je einen exemplarischen Tatbestand (historisches Ereignis, geschichtliche Situation, Institution oder Person etc.) heran. So entsteht ein interessantes, ansprechendes, stattliches Buch mit Texten, die auf prägnante Art historische Erkenntnisse anschaulich machen. Mit der Kürze der Texte, mit kleinen Illustrationen und klärenden Randnotizen kommt das Buch den Leseeigenarten heutiger Jugendlicher verständnisvoll entgegen. Ab 14 Jahren, ausgezeichnet, Ruedi W. Schweizer.

von Pierre Bourdieu

Soziologische Fragen - damit sind die Fragen, die die Soziologie (sich) stellt, ebenso gemeint wie die Fragen, die ihr gestellt werden. Pierre Bourdieu hat nie verhehlt, daß die Selbstbefragung und die Fremdbefragung der Soziologie, und das heißt ihre Reflexivität, ein grundlegendes Moment wenn nicht »der«, so doch »seiner« Soziologie darstellt. Nur wenn der Soziologe sich bewußt ist, was er untersucht und wovon er spricht, vor allem: in welchem Kontext und aus welcher Perspektive, besteht eine Chance, daß die Soziologie nicht zur Sozialtechnologie verkommt und beizutragen vermag zur Verwirklichung noch immer uneingelöster Forderungen und Versprechungen der Aufklärung. So sind auch die in diesem Band versammelten Texte, Interviews und Vorträge, über die jeweilige Darstellung und Analyse ihres Themas hinaus - zur Soziologie der Intellektuellen, über Sprache und Markt, politische Meinung und politisches Handeln, zum Begriff der Zensur und des Feldes, über Geschmack und Geschmackswandel, Meinungsumfragen, soziale Voraussetzungen des Sports -, eine praktische Demonstration des methodischen Gebrauchs der Reflexivität im Denken Bourdieus.

von Astrid Erll

‚Gedächtnis’ und ‚Erinnerung’ sind Leitthemen in der Wissenschaft und im gesellschaftlich-politischen Diskurs. - Dieser Band bündelt die verschiedenen Theorien, Terminologien und Methoden aus der Forschung zum individuellen und kollektiven Gedächtnis und geht insbesondere den folgenden Fragen nach: Wie unterscheidet sich der Gedächtnisbegriff in Geschichts- und Sozialwissenschaften, Literaturwissenschaft und Psychologie? Auf welche Weise kann die gedächtnisbildende Wirkung von Literatur und anderen Medien beschrieben und analysiert werden? Welche Folgen hat die 'transkulturelle und transnationale Wende' in der Gedächtnisforschung? - Ziel des Bandes ist es, das kaum mehr überschaubare Feld der interdisziplinären und internationalen Gedächtnisforschung zu kartieren und insbesondere kulturhistorisch interessierten Literaturwissenschaftler/innen nützliche Analysekategorien zur Verfügung zu stellen. – Für die dritte Auflage wurde der Band überarbeitet, erweitert und aktualisiert. p>

von Mark Terkessidis

Ob als theoretisches Konzept oder als polemische Formel – lange Zeit bestimmte der Begriff des Multikulturalismus die Debatte über die Einwanderungsgesellschaft. Die stellte man sich vor wie ein Stadtteilfest mit Würstchen, Falafel und Cevapcici – als unverbindlich-tolerantes Nebeneinander. Doch Autoren und Regisseure wie Vladimir Kaminer oder Fatih Akin wollen nicht länger auf ihre Herkunft reduziert werden und haben die Vorstellungen von deutscher Kultur verändert. Daher sollten, so Mark Terkessidis, die alten Konzepte überwunden werden. Er plädiert für eine radikale interkulturelle Öffnung. Alle Institutionen müßten darauf abgeklopft werden, ob sie Personen, egal welcher Herkunft, auch tatsächlich die gleichen Chancen auf Teilhabe einräumen. Nur so können die Potentiale einer vielfältigen Gesellschaft fruchtbar gemacht werden.