3.5

Über die Berechnung des Rauminhalts I

von Solvej Balle, Peter Urban-Halle

Format:Hardcover

Nach einer Geschäftsreise zu einer Antiquariatsmesse in Bordeaux beginnt für die Buchhändlerin Tara Selter, die mit ihrem Mann Thomas in einem Haus in Nordfrankreich lebt, die Zeit stillzustehen. Gefangen in einer Wiederholung, durchlebt sie stets von Neuem jenen 18. November, während es für Thomas und alle anderen Menschen, denen sie begegnet, ein immer neuer Anfang ist. Sie erinnern sich an nichts, was »gestern« war, erwachen stets zu ihrem ersten 18. November des Jahres. Genießt Tara diese Zeit des »Schwindels« im doppelten Sinne die ersten sechzig Tage noch, offenbart sich langsam ein Problem: Sie wird älter, Thomas nicht. Die beiden, die sich zuvor so nahegestanden haben, entfernen sich voneinander – und Tara versucht versessen, aus dem 18. November herauszufinden. Über die Berechnung des Rauminhalts I ist der erste Band eines groß angelegten Romanprojekts, in dem Solvej Balle die Fiktion von der Wirklichkeit befreit, ohne jedoch Science-Fiction zu schreiben. Mit einem präzisen, stets aufmerksam lauschenden Stil schildert Balle die Mechanik und Monotonie der Zeitschleife, in die ihre Protagonistin gerät, sowie die ungewöhnliche Liebesbeziehung, die sich daraus ergibt. Eindringlich führt sie uns vor Augen, wie jeder in seiner eigenen Blase lebt, und lehrt uns – wie es große Literatur oft tut –, die Welt mit neuen Augen zu sehen.

Gegenwarts- & Literarische Fiktion
170 SeitenHardcover
Erschienen an: February 2, 2023

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Aktuelle Rezensionen(2)

3.5(7 ratings)
noraRezension von nora

dieses melancholische romanprojekt hat mich in seinen bann gezogen: tara selter wacht tag um tag am 18. nov. auf. während für ihren partner jedes mal ein neuer tag beginnt, kennt sie bald alle details des tagesablaufs, wetterumschwünge und geräusche. das buch erzählt so viel: von zeit, partnerschaft, trauer, (demenz?), abschied, (tod?). mich hat es sehr mitgenommen, als sie zur einsicht kommt, ein monster sein zu müssen, dass spuren hinterlässt und "frisst", während ihr partner ein gespenst zu sein scheint. als monster zieht sie sich immer weiter zurück und nimmt so abschied von ihrem geliebten partner, um ihn in seinen mustern nicht zu überrumpeln. so habe ich das buch als trauerverarbeitung nach dem tod eines geliebten menschen gelesen

Ein_Kapitel_weiterRezension von Ein_Kapitel_weiter

Für alle anderen ist es ein völlig normaler Tag, doch Tara ist gefangen im selben Tag. Zunächst ist es die Hoffnung, dass der Spuk bald eine Ende hat. Doch sie wird zu einer Fremden in der Wiederholungsschleife, in der sie versucht Antworten zu finden. In diesem Buch finden sich sprachliche Wiederholungen, die mich zunächst irritiert haben - doch erscheint es mir eher wie ein stilistisches Mittel, sich in die Welt der Protagonistin einzufühlen. Die Geschichte erzählt sich in Wiederholungen und Mustern - eher ruhig, langsam und unaufgeregt. Insgesamt fand ich es eher sphärisch.

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