Bei euch ist es immer so unheimlich still
von Alena Schröder
Es hat mich mit Macht hineingezogen in eine Mutter-Tochter-Frauen-und-Familien-Geschichte, aus der man nach 318 Seiten mit dem verträumten Gefühl wieder zu sich kommt, man habe eine Zeitreise gemacht.
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Bei euch ist es immer so unheimlich still
von Alena Schröder
Es hat mich mit Macht hineingezogen in eine Mutter-Tochter-Frauen-und-Familien-Geschichte, aus der man nach 318 Seiten mit dem verträumten Gefühl wieder zu sich kommt, man habe eine Zeitreise gemacht.
Aktuelle Rezensionen(9)
„Bei euch ist es immer so still“ erzählt von einer Mutter-Tochter-Beziehung, die von unausgesprochenen Gefühlen, Missverständnissen und den Nachwirkungen vergangener Generationen geprägt ist. Durch die wechselnden Perspektiven zwischen der Tochter in der Gegenwart und der Mutter in ihrer Vergangenheit entsteht ein tiefes Verständnis für beide Seiten und die Dynamiken, die sich über Jahrzehnte entwickelt haben. Besonders eindrücklich zeigt Alena Schröder, wie die Kriegskinder- und Nachkriegsgeneration oft selbst mit unverarbeiteten Traumata zu kämpfen hatte, darüber jedoch kaum sprach. Die Folgen wurden unbewusst an die nächste Generation weitergegeben. Der Schreibstil ist einfühlsam, authentisch und macht die sinnbildliche Mauer zwischen Mutter und Tochter spürbar. Die generationsbedingten Verhaltensmuster werden so greifbar dargestellt, dass mich die Geschichte immer wieder an meine eigene Familie erinnert hat. Ein bewegender Roman über generationsübergreifende Traumata, Schweigen und den schwierigen Versuch, einander dennoch nahe zu sein.
Wenn ein Buch eh schon begeistert und dann plötzlich ein Satz kommt, der einem Gänsehaut verpasst... großartig
Ein gutes Buch, was meiner Meinung nach jedoch erst auf den letzten 50 Seiten lesenswert war. Es schließt zwar an „Junge Frau am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid“ an, offen gebliebenes Fragen bleiben allerdings auch hier unbeantwortet.
Der Titel hat mich sofort angesprochen und ich wollte wissen, was sich dahinter verbirgt. Aber auch optisch hat mich das Hörbuch sofort begeistert. In rot und grün kommt es mit ein paar Blüten daher und als kleine Farbtupfer fliegen bzw. sitzen drei Kohlmeisen rund um den Titel. Bei euch ist es immer so unheimlich still von Alena Schröder erschien im Hörbuch Hamburg Verlag. Elisabeth Günther hat die Geschichte eingelesen und sorgt mit ihrer angenehmen Stimme für einen ganz besonderen Hörgenuss. Es ist der zweite Roman der Autorin um die Frauen der Familie Borowski. Wobei beide Bücher unabhängig voneinander und auch in unterschiedlicher Reihenfolge gelesen werden können. Ich selbst werde den Debütroman: Junge Frau, am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid bald lesen, da ich mir das Buch auf der Lesung zu: Bei euch ist es immer so unheimlich still gekauft habe. So, nun aber zurück zur Geschichte. Die Protagonistin ist Silvia Borowski, sie ist Anfang dreißig und reist gerade über die Transitstrecke von Westberlin in den Süden zu ihrer Mutter. Der Hauptteil der Erzählung spielt 1989 in der Zeit vor und nach dem Mauerfall und spielt damit vor dem Debütroman, bei dem Hannah, Silvias aktuell 12 Wochen alte Tochter die Hauptrolle spielt. Als Hörer begleite ich Silvia in ihrem geborgten Auto mit Kind im Wäschekorb durch die DDR. Ich selbst war 1989 acht Jahre alt und musste beim Hören an meine Kindheit denken. Ich kann mich wage daran erinnern, wie mein kleiner Bruder in dem Körbchen vom Kinderwagen lag und damit im Auto transportiert wurde. Das kann man sich heute kaum noch vorstellen. Zwischen Silvia und ihrer Mutter knallen zwei Welten aufeinander. Silvia lebt in Berlin in einem besetzten Haus und ihre Mutter in Süddeutschland in einer bürgerlich gutsituierten Gegend. Als Ärztin ist sie anerkannt und führt ein geregeltes Leben. Hier musste ich beim Zuhören immer wieder ein wenig schmunzeln, gerade wenn die Erzählung in der Zeit hin und hersprang. Denn ich darf auch Silvias Mutter in jungen Jahren kennenlernen und sehe da ganz ähnliche Konflikte, denen Silvia jetzt ausgesetzt ist. Doch reagieren sie und ihre Mutter ganz unterschiedlich. Mehr zum Inhalt möchte ich gar nicht sagen. Nur noch ein wenig zu der schönen Sprache, die das ganze zu einem Hörgenuss macht. Wir bewegen uns hier sprachlich nicht in einem puren Unterhaltungsroman, sondern können einfach den Dialogen lauschen mit einem Gefühl von gehobener Sprache. Mit dabei immer ein Fünkchen Nostalgie, die mich abtauchen ließ in eine andere Zeit. Ich durfte den ersten Kapitel bei der Lesung in Lüsche aus dem Munde der Autorin lauschen. Und war von der Sprache sofort gefangen. Ich kann es gar nicht wirklich in Worte fassen, was das ganze so besonders macht. Du musst es einfach lesen bzw. hören und wirst mich dann verstehen. Ich freue mich jetzt schon auf den Debütroman, der auf meinem Nachttisch liegt und auf Lesezeit wartet. Hast du Lust auf eine Reise in die Vergangenheit? Dann begleite Silvia bei ihrer abenteuerlichen Fahrt samt Baby im Wäschekorb zu ihrer Mutter, die sie seit Jahren nicht gesprochen hat. Tauche ein in ihre Kindheit und Jugend und lerne auch ihrer Mutter von einer ganz anderen Seite kennen. Magst du Familienromane, die vielschichtig und gut geschrieben sind? Dann kommst du hier voll und ganz auf deine Kosten. Die Geschichte lässt dich so schnell nicht wieder los. Ich habe das Hörbuch einfach nur verschlungen und empfehle es sehr gerne weiter.
Ganz tolles Buch. Bin bei den Passagen in den 80ern ganz nostalgisch geworden, ansonsten ein ganz toller Schreibstil, warm, respektvoll allen Charakteren gegenüber, freue mich auf die anderen Bücher der Reihe