3.5

Arrowood - Die Mördergrube

von Mick Finlay

Format:eBook

Zur Seite Sherlock, hier kommt Arrowood! William Arrowood ist Privatermittler. Gemeinhin wohl der Zweitbeste in ganz London – direkt nach seinem namhaften Konkurrenten aus der Baker Street 221B. Auch wenn beide ganz unterschiedliche Ansätze in der Verbrechensaufklärung haben. Dieses Mal führt Arrowoods ganz eigene Ermittlungsmethode ihn und seinen Assistenten Barnett auf der Suche nach einer vermissten jungen Frau in die düsteren Gefilde der Viktorianischen Nervenheilanstalten. Steigen Sie mit Arrowood in die Niederungen der menschlichen Psyche hinab. »William Arrowood ist keinesfalls perfekt, aber sympathisch, und die Geschichte bewegt sich rasant von Gefahr zu Gefahr und von Twist zu Twist.« The Times

Mystery, Thriller, Horror & Crime
444 Seiten • eBook
Erschienen an: 2019-06-03

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Aktuelle Rezensionen(2)

3.5(2 ratings)
Mrs MoriartyRezension von Mrs Moriarty

Insgesamt fand ich diesen zweiten Band der Reihe spannender und etwas besser geschrieben als Band 1. Allerdings hat die Reihe nach wie vor das Problem, das sie eigentlich ganz ohne Sherlock Holmes auskommen würde und es mich nach wie vor nervt, wie lächerlich Arrowood sich benimmt, wenn es um den berühmten Detektiv geht. Da Holmes so eine bloße Randerscheinung ist und eigentlich nur ab und an mal erwähnt wird, wirkt diese Verknüpfung auf mich sehr erzwungen. Zugebenermaßen war es ja gerade diese Verbindung, die mich damals zu Band 1 hat greifen lassen. Der Fall selbst gestaltet sich recht ähnlich wie ein Holmes-Fall und beginnt mit einer scheinbar einfachen Aufgabe. Nach und nach kommen immer mehr Details ans Licht. Ich finde hier hat Finlay die Handlung dann etwas arg überfrachtet. Das fand ich unnötig, denn der eigentliche Fall hat schon genug geboten. Trotzdem merkt man, das Finlay gut recherchiert hat, vor allem was die damalige Situation in Armenhäusern und psychatrischen Einrichtungen angeht. Außerdem findet man im Nachwort ein paar interessante Lektüreanregungen auf die er sich gestützt hat. Sehr viel interessanter als die Figur des Arrowood ist sowieso der Erzähler der Geschichte und gleichzeitig Assistent des Detektives Barnett. In seiner Persönlichkeit schlummern so einige Abgründe. Ihm möchte man nicht im dunkeln begegnen wenn er schlechte Laune hat... Alles in allem war es ganz solide, aber ich finde, man verpasst jetzt auch nicht viel, wenn man die Reihe nicht liest

IraRezension von Ira

<i>„Einige Menschen in dieser Stadt sind einfach nicht zur Vergebung fähig, Norman. Als hätten diese Frauen nicht schon genug durchgemacht.“ Ihr Blick wirkte verbittert, und sie tat mir leid. Dies war meine Stadt, seit dem ersten Atemzug, und trotz all der guten und schlimmen Dinge, die mir zugestoßen waren: London war ein Teil von mir, und ich schämte mich für das, was manchen Menschen hier angetan wurde.</i> Mr. Arrowood und Barnett haben einen neuen Fall: die Barclays sind an sie heran getreten, weil sie sich Sorgen um ihre Tochter Birdie machen. Seit sie vor einem halben Jahr den Farmer Walter Ockwell geheiratet hat, verhindern die Ockwells, dass Birdie ihre Eltern sieht oder ihnen auch nur schreibt. Ihre Tochter, so erklären sie den Privatdetektiven, sei geistesschwach und deshalb sehr leicht zu beeinflussen und einzuschüchtern. Aus demselben Grund wollen sie die Ehe für ungültig erklären lassen und Birdie zurück nach Hause holen. Arrowood und Barnett nehmen an. Ein einfacher Familienzwist, wie es scheint. Aber als sie die Ockwells aufsuchen, stoßen sie auf der Farm und im umliegenden Dorf auf eine Mauer des Schweigens und der Feindseligkeit. Eines wissen sie aber sehr genau: Birdie braucht ihre Hilfe und zwar dringend… Die Ereignisse um den Fenier Fall liegen mittlerweile rund ein halbes Jahr zurück, bei denen Mr. Arrowoods Räumlichkeiten einem Brandanschlag zum Opfer fielen. Noch immer wohnt er deshalb mit seiner Schwester Ettie bei seinem Jugendfreund Lewis, obwohl die Renovierungsarbeiten längst abgeschlossen sein könnten. Um sich davon abzulenken kommt der neue Fall gerade richtig! Ein geistesschwaches Mädchen, das von seiner neuen Familie daran gehindert wird seine Eltern zu kontaktieren und möglicherweise sogar im Haus gefangen gehalten wird – das klingt nach einer sehr einfachen Geschichte. Aber wann ist in Mr. Arrowoods Karriere schon mal etwas einfach? Niemand will mit den Privatdetektiven reden, die örtliche Polizei eingeschlossen, und wer es doch tut bringt sich selbst in schreckliche Gefahr, wie sie bald feststellen müssen. Was als Familienstreit beginnt nimmt viel größere Ausmaße an, je mehr Arrowood und Barnett aufdecken. Das wiederum tun sie auf ihre gewohnt liebenswerte Art. Mr. Arrowood tut, was er am besten kann: unerträglich sein. Er ist aufbrausend, knauserig, hängt noch immer seiner Frau Isabel nach, die ihn schon vor einer ganzen Weile verlassen hat. Außerdem ist er wehleidig, wenn es große körperliche Anstrengungen zu bewältigen oder Hunger auszuhalten gilt. Mehr als einmal ist Barnett in diesem Band kurz davor, ihn nicht nur zu schütteln, sondern ihm auf gut Deutsch gesagt eine zu zimmern – und hätte ihm das jemand übel nehmen können? Wohl kaum. Mr. Arrowood ist eine sehr anstrengende Figur, zu der Barnett aber ein perfektes Gegengewicht bildet. Außerdem finde ich es immer noch unglaublich sympathisch einen Ermittler zu haben, der nicht alles kann, alles weiß und noch dazu aussieht wie ein Sunnyboy. Arrowood und Barnett machen auch mal Fehler und haben damit zu kämpfen, wenn dadurch jemand zu Schaden kommt, denn das bleibt nun einmal nicht aus, wenn man hochrangige Verschwörungen aufdeckt. Wie schon in Teil eins gab es eine spannungsgeladene Abwechslung von nachdenklichem Kombinieren und spannenden Taten. Diesmal habe ich besonders in den Actionszenen noch deutlich mehr mitgefiebert! Und auch in einem vage angedeuteten Handlungsstrang, der Ettie und Barnett betrifft und so überhaupt nichts mit den Ermittlungen zu tun hatte – aber an dieser Stelle sei nicht mehr verraten! Nach Band eins war für mich eigentlich klar, dass ich Arrowood und Barnett treu bleibe und das habe ich nicht bereut. Teil zwei ließ sich wunderbar runter lesen und konnte genau mit der richtigen Mischung aus Spannung und Ermittlungsarbeit aufwarten. Von mir gibt es für „Die Mördergrube“ vier Punkte!

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