Alle drei Tage
von Laura Backes
Weit über 100 getötete Frauen allein in Deutschland pro Jahr: Morde, über die niemand sprichtJeden Tag versucht in Deutschland ein Mann, seine Frau umzubringen. Alle 3 Tage wird eine Frau von ihrem Partner oder Ex-Partner getötet. Hinzu kommen die Morde an Frauen durch ihnen unbekannte Täter. Diese Verbrechen sind keine Ehrenmorde oder Beziehungstaten, sondern Femizide: Morde, die an Frauen verübt werden, weil sie Frauen sind. Laura Backes und Margherita Bettoni zeigen in diesem aufrüttelnden Buch, dass die Tötung von Frauen aufgrund ihres Geschlechts auch bei uns ein ernsthaftes gesamtgesellschaftliches Problem ist. Als Familientragödien verharmlost, bleiben viele Frauenmorde verborgen und verdecken die patriarchalen Macht- und Gewaltmuster, die sich tief durch unsere Gesellschaft ziehen. Die beiden Journalistinnen haben mit Überlebenden gesprochen, Experten befragt, die Motive männlicher Gewalttäter untersucht und ihre grausamen Taten hier rekonstruiert. Ihre schockierende Analyse zeigt, dass Femizide uns alle angehen und warum wir jetzt handeln müssen.
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Alle drei Tage
von Laura Backes
Weit über 100 getötete Frauen allein in Deutschland pro Jahr: Morde, über die niemand sprichtJeden Tag versucht in Deutschland ein Mann, seine Frau umzubringen. Alle 3 Tage wird eine Frau von ihrem Partner oder Ex-Partner getötet. Hinzu kommen die Morde an Frauen durch ihnen unbekannte Täter. Diese Verbrechen sind keine Ehrenmorde oder Beziehungstaten, sondern Femizide: Morde, die an Frauen verübt werden, weil sie Frauen sind. Laura Backes und Margherita Bettoni zeigen in diesem aufrüttelnden Buch, dass die Tötung von Frauen aufgrund ihres Geschlechts auch bei uns ein ernsthaftes gesamtgesellschaftliches Problem ist. Als Familientragödien verharmlost, bleiben viele Frauenmorde verborgen und verdecken die patriarchalen Macht- und Gewaltmuster, die sich tief durch unsere Gesellschaft ziehen. Die beiden Journalistinnen haben mit Überlebenden gesprochen, Experten befragt, die Motive männlicher Gewalttäter untersucht und ihre grausamen Taten hier rekonstruiert. Ihre schockierende Analyse zeigt, dass Femizide uns alle angehen und warum wir jetzt handeln müssen.
Aktuelle Rezensionen(1)
Statistisch gesehen versucht in Deutschland jeden Tag ein Mann seine (Ex)Partnerin zu töten. Jeden dritten Tag stirbt eine Frau bei einem solchen Übergriff. Die Autorin versucht über die Hintergründe der Taten aufzuklären, wieso es wichtig ist, sie nicht als "Beziehungstaten" zu verharmlosen, sondern sie als Femizid anzuerkennen, wie die Thematik in anderen Ländern behandelt wird und sie lässt Betroffene zu Wort kommen. Ich finde das Buch.... schwierig. Es ist ein bedrückendes Thema, das Aufmerksamkeit und Aufklärung benötigt, doch die Umsetzung hier fnde ich teilweise nicht sonderlich gelungen. Es gibt einige Denkanstöße, doch spätestens an der Stelle, an der diskutiert wird, ob Femizide generell als Mord behandelt werden, hat mich die Autorin verloren. Auch fand ich es wenig gelungen, die Statements der betroffenen Frauen komplett unkommentiert und ohne Analyse stehen zu lassen. Ja, ich fand es erschütternd, die Schilderungen zu lesen und war entsetzt, was offensichtlich viele Menschen als "normal" empfinden im Umgang eines Partners mit einem selbst (soll nicht als victim blaming verstanden werden, sondern einfach nur als Feststellung) - ebenso erschreckend fand ich aber auch die unreflektierte Widergabe anderer Gedanken. So hatte eine der Betroffenen keine Skrupel, eine andere Frau, die den Mordversuch durch ihren Partner in der Öffentlichkeit aufarbeitet zu verurteilen und anzudeuten, dass dieser Weg falsch sei. Eine andere Betroffene verwendet viel Zeit darauf, zu schildern, was ihr ihrer Meinung nach zusteht, gerade in finanzieller Hinsicht und es wird auch recht direkt Toleranz für Selbstjustiz eingefordert. Alles Gedanken, die man sicher ansprechen und anerkennen sollte, aber nicht so unreflektiert stehen lassen sollte. Beim Thema "Verharmlosung in den Medien" beschleicht mich ein wenig das Gefühl, dass da sehr viel persönliche Wertung eingeflossen ist und man auch gar nicht so recht weiß, was man will. So erschließt sich mir bei Diskussion der Begrifflichkeiten nicht, was an "Bluttat" verharmlosend sein soll. Ich gehe mit, dass solche Begriffe wie "Familientragödie", "Beziehungsdrama" etc die Intention abschwächen können, aber bei "Bluttat" sehe ich keinen Ansatz für eine Rechtfertigung des Motives. Auch gibt es keine Einigkeit bei den Anforderungen an die Berichterstattung. Einerseits, soll das Geschehen klar und wahrheitsgemäß benannt werden, andererseits soll es aber vage genug bleiben, um bei anderen Betroffenen kein Trauma zu wecken. Das ist so ein bisschen die Quadratur des Kreises, was hier gefordert wird. Auch bei den Beispielen aus anderen Ländern, hat man das Gefühl, dass ein paar Fakten so zurecht gerückt werden, dass sie in die Argumentation passen. Wie das prominente Beispiel der Frauenmorde von Ciudad Juarez zeigt. Ja, dass hier eine oder mehrere Gruppierungen regelrecht Jagd auf Frauen macht, ist wohl unbestreitbar. Aber darauf zu schließen, dass die Morde nie aufgeklärt wurden, weil es Femizide waren und deshalb daran kein Interesse bestand, ist gewagt. Ciudad Juarez ist geprägt von hoher Armut, extremer Kriminalitäts- und Mordrate und gehört zu den Schauplätzen des Drogenkriegs. Zu glauben, dass die Untätigkeit der Behörden hier mit dem Geschlecht der Opfer und nicht der Korruption und Angst geschuldet ist, ist abenteuerlich. Das Buch ist bedrückend, lässt einen jedoch unzufrieden zurück und zwar nicht über die Zustände und Missstände, sondern über die journalistische Leistung und Präsentation.